Funktionsweise der fokalen Therapie

Ziel der VTP-Therapie ist eine Hemiablation des tumortragenden Teils der Prostata. Die Zerstörung der Tumorzellen erfolgt durch eine photoaktive Substanz (Padeliporfin, Handelsname TOOKAD Soluble®), die über die Vene verabreicht wird. Diese wird durch über den Dammbereich in die Prostata eingebrachte Laserfasern aktiviert. Dadurch kommt es zur Freisetzung von Sauerstoffradikalen mit daraus folgendem Verschluss der Gefäße und Gewebeuntergang. Bei der VTP-Therapie handelt es sich um eine besonders gewebeschonende Therapie des Prostatatumors. Zur Schonung der Harnröhre, des Rektums und der Prostatakapsel werden die Laserfasern in ausreichendem Abstand zu den genannten Organen platziert.

In einer europaweiten Phase III Studie deren Ergebnisse im Dezember 2016 im Lancet Oncology veröffentlicht wurden („Padeliporfin vascular- targeted photodynamic therapy versus active surveillance in men with low-risk prostate cancer (CLIN 1001 PCM301): an open-label, phase 3, randomised controlled trial“) an der auch unsere Klinik beteiligt war konnten gute funktionelle Ergebnisse gezeigt werden. Erstmals konnte in einer Studie auch ein Vorteil der fokalen Therapie gegenüber der aktiven Überwachung gezeigt werden mit einem geringen Bedarf einer kompletten Entfernung der Prostata im VTP-Arm, aufgrund einer 30 % höheren Progressionsrate im Arm der aktiven Überwachung im Vergleich zum Therapiearm (Progressionsrate VTP-Therapie 28%, Progressionsrate Aktive Überwachung 58%).

 

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MRT 7 Tage nach Behandlung des linken Prostataseitenlappens mit VTP (Axial- und Sagittalschnitt)

 

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