Kryokonservierung (Einfrieren) von Spermien

Kryokonservierung für wen?

Dieses Verfahren wird in erster Linie bei Patienten angewendet, bei denen eine zellschädigende (teratogene) Therapie ansteht,z.B. im Rahmen einer sogen. „Chemotherapie“ bei einer bösartigen Tumorerkrankung, und die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. Hierzu wird vor der Therapie Ejakulat aufgearbeitet und in flüssigem Stickstoff bei –196°C eingefroren (kryokonserviert). Auch bei Patienten mit einer nicht-obstruktiven Azoospermie werden die durch eine operative Spermienasservierung gewonnenen Spermatozoen  kryokonserviert. Wir empfehlen bei Patienten mit einer hochgradigen Oligozoospermie die Anlage eines Kryodepots. So wird garantiert, dass am Tag der künstlichen Befruchtung Spermatozoen vorhanden sind und psychischer Druck vom Patienten genommen ist.

Ablauf einer Kryokonservierung

Vor Beginn der Kryokonservierung werden sie ausführlich informiert und beraten. Die Modalitäten der Konservierung und Ihre Zustimmung werden in einem Vertrag vereinbart. Das abgegebene Ejakulat wird mittels Spermiogramm  untersucht. Bei Minderjährigen ist die Begleitung eines Sorgeberechtigten erforderlich. Das Minimum der Vertragsdauer beträgt ein Jahr und kann jährlich verlängert werden (dann für ein weiteres Jahr). Sie haben eine Kündigungsfrist von 3 Monaten. Zur Ejakulatabgabe gelten die allgemeinen Regeln die Sie aus unserem Merkblatt entnehmen können. Können Spermatozoen im Ejakulat gefunden werden, die für eine künstliche Befruchtung verwendet werden könnten , wird kryokonserviert. Falls es zeitlich möglich ist, kann eine zweite Abgabe (ohne Mehrkosten) empfohlen werden. Finden sich im Spermiogramm keine Spermatozoen, muss eine operative Spermienasservierung diskutiert werden (Schrader et al., 2003). Bei retrograder Ejakulation  können Spermatozoen – nach Alkalisierung – aus dem Urin gewonnen werden und für eine Kryokonservierung verwendet werden. Die Anwesenheit von Familienmitgliedern ist bei der Ejakulatgewinnung nicht möglich. Zur Einlagerung wird ein aktueller Hepatitis C- und HiV-Test (nicht älter als 7 Tage) benötigt. Sie können eine Kopie des Testergebnisses mitbringen oder einen Test bei uns durchführen lassen. Erst wenn die Ergebnisse vorliegen, können ihre Proben vom Quarantänetank in unseren Haupttank überführt werden.

Qualität des kryokonservierten Ejakulates im Laufe der Zeit

In Studien konnte ein Qualitätsverlust der Spermatozoen nach erfolgter Kryokonservierung beschrieben werden, allerdings konnten auch nach Jahren – gegebenenfalls auch nach Jahrzehnten – Spermatozoen erfolgreich für eine künstliche Befruchtung verwendet werden (Bolten et al., 2005). In Studien konnten Veränderungen der DNA nach Kryokonservierung gezeigt werden (Kalthur et al. 2008; Donnelly et al. 2001). Kommt es nach künstlicher Befruchtung durch kryokonservierte Spermatozoen zu einer Schwangerschaft, ist das Missbildungsrisiko nicht erhöht (Lansac et al. 2001).

Überführung der Kryoproben in ein anderes reproduktionsmedizinisches Zentrum

Sie können Ihre Kyoproben jederzeit in ein anderes reproduktionsmedizinisches Zentrum überführen. Ein Transport wird nicht von unserer Klinik organisiert. Bitte informieren Sie uns frühzeitig über Ihren gewünschten Zeitpunkt (siehe Kontakt). Bei Abholung werden eine Kündigung des Kryovertrages und ein Schreiben zur Übernahme der Verantwortung während des Probentransportes benötigt. Können Sie Ihre Proben nicht selber abholen, wird eine unterschriebene Vollmacht verlangt. Sie müssen sich bei der Abholung ausweisen können.

Zu Beachten bei Tod des Samenspenders

Grundsätzlich ist eine Abgabe von Proben Verstorbener, etwa zur Durchführung einer künstlichen Befruchtung, in der Bundesrepublik Deutschland illegal. Zum Kündigungsschreiben (unterschrieben durch die Eltern oder des Ehepartners des Verstorbenen) wird eine Kopie der Sterbeurkunde verlangt. Der Kryovertrag endet mit dem Todestag, unabhängig vom Eingang des Kündigungsschreibens.

Kosten

Die entstehenden Kosten entnehmen Sie aus unserer aktuellen Preisliste. Diese Kosten werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) nicht übernommen.