Die Transplantation

Wenn die Spenderniere im Operationssaal angekommen ist, wird sie dem Transportbehälter entnommen und anschließend für die Implantation vorbereitet (Fettgewebe entfernt, Gefäße und Harnleiter präpariert).

Die Standard-Operationstechnik besteht in der Belassung der erkrankten Nieren und der Einpflanzung der Spenderniere im seitlichen Unterbauch. Die Operation beginnt mit einem bogenförmigen Hautschnitt von der Mitte des Schambeines bis zur Körperaußenseite.

Anschließend müssen Fettgewebe und Muskulatur durchtrennt werden. Die Beckengefäße werden präpariert und die Nierenarterie und die Nierenvene des Spenderorgans mit der Beckenarterie und der Beckenvene des Empfängers verbunden. Anschließend werden die Gefäßklemmen geöffnet, um die Niere sofort durch mit Sauerstoff gesättigtem Blut zu versorgen.

Als nächster Schritt wird die Harnblase des Empfängers mit Wasser gefüllt und der Harnleiter der Spenderniere in diese eingenäht. Die Blasenmuskulatur wird so präpariert, dass ein Urin-Rückfluss von der Harnblase in die Niere verhindert wird. Die Verbindung zwischen dem Spenderharnleiter und der Empfängerblase wird häufig durch ein Spezialkatheter für ca. 6 Wochen stabilisiert, der anschließend durch die Blase (ohne Operation) entfernt wird.

Schließlich wird noch ein kleiner Schlauch eingelegt, über dem Wundsekret innerhalb der ersten Woche nach Operation abfließen kann – danach wird dieser gezogen. Der Blasenkatheter wird nach 4-5 Tagen (bei postoperativ normaler Funktion der Transplantatniere) belassen.

Zusammenfassen wird also die neue Niere in das kleine Becken des Empfängers implantiert. Die eigenen, erkrankten Nieren werden belassen, da sie zwar keine Funktion mehr haben, aber auch keinen Schaden anrichten und eine Entfernung den Operationsaufwand und die Operationszeit vergrößern würde.