Das Nierenangebot

Mit der Organvermittlung in Deutschland (und in 6 weiteren europäischen Ländern) ist die Eurotransplant-Stiftung mit Sitz in Leiden (Niederlande) beauftragt. Damit darf eine Organvermittlung innerhalb Deutschlands ausschließlich über diese Organisation erfolgen. Für jedes gemeldete Spenderorgan werden dort anhand der vorliegenden Patientendaten und der mittels eines Punkte-Systems die in Frage kommenden Empfänger ermittelt. Dabei müssen Spender und Empfänger die gleiche Blutgruppe besitzen. Die Punkte werden in Abhängigkeit von der Wartezeit (seit Dialysebeginn oder seit Listung), einem Regionalfaktor sowie der Übereinstimmung der Gewebemerkmale vergeben. Besonders berücksichtigt werden Kinder, Patienten mit seltenen Gewebemerkmalen oder mit hohem Antikörpertiter (z.B. auf Grund von Voroperationen). Zusätzlich sollten Größe und/oder Gewicht von Empfänger und Spender nicht zu große Unterschiede aufweisen.



Eine erste Vorentscheidung, ob ein entsprechendes Spenderangebot für den entsprechenden Empfänger passt, müssen die in diesen Dingen entsprechend erfahrenen Ärzte des Transplantationszentrums, das die Nierentransplantation durchführt, aufgrund der telefonisch übermittelten Daten treffen. Die endgültige Entscheidung über die Annahme eines Spenderorgans trifft dann das Explantationsteam vor Ort - nach Überprüfung aller dort vorliegenden Spenderdaten (z.B. Laborwerte, Nierenfunktion) und Inspektion und Palpation (Tastbefund) der Niere. Liegt ein adäquates Spenderorgan vor und ist der Empfänger zum Zeitpunkt der Organvermittlung in einem transplantationsfähigen Zustand, wird das Organ für diesen Patienten angenommen. Besteht beim Empfänger eine Kontraindikation für den geplanten Eingriff, so wird das Organ von Eurotransplant für den nächsten passenden Patienten auf der Warteliste angeboten.