Weitere Medikamente

Neben den immunsuppressiven Medikamenten müssen zusätzliche Stoffe eingenommen werden. Diese sollen den Körper vor Infektionen schützen oder die Nebenwirkung der immunsuppressiven Therapie abmildern. Der Einsatz und die Art der Begleitmedikation variiert von Zentrum zu Zentrum und wird spezifisch auf an die Bedürfnisse des Patienten angepasst.

Die gängigsten Medikamente dienen der Förderung der Nierenfunktion. Die sogenannten HMG CoA-Reduktase-Hemmer senken die Cholesterinspiegel im Blut. Als blutdrucksenkende Medikamente kommen vor allem die Kalziumkanalblocker in Frage. Die Senkung des Blutzuckers ist in der Regel bei Patienten, die bereits vor Transplantation erhöhte Blutzuckerwerte aufweisen, angezeigt.

In den ersten beiden Monaten nach Lungentransplantation sind auch bakterielle Infektionen sehr häufig, deshalb wird initial eine Prophylaxe mit einem Breitbandantibiotikum, gegebenenfalls (z.B. bei Patienten mit cystischer Fibrose) nach entsprechender Testung auf Antibiotikaempfindlichkeit der vor Transplantation vorhandenen chronischen Erreger durchgeführt. Da bei Immunsuppression der Organismus auch anfälliger für verschiedene Arten von Pilzinfektionen ist, wird ein lokal wirksames Pilzmittel (Antimykotica) zur Prophylaxe einer Pilzinfektion im Magen-Darm-Bereich gegeben. Ab der zweiten Woche wird Co-trimoxazol als Vorsichtsmaßnahme gegen eine eventuelle Lungenentzündung durch den Pilz Pneumocystis carinii für zwei bis 12 Monate nach der Transplantation verabreicht. Virostatika verhindern eine Vermehrung von Viren und damit die Ausbreitung einer Virusinfektion.