Postoperative Komplikationen und Abstoßungsreaktionen

Jeder Patient, der sich größeren chirurgischen Eingriffen unterzieht, kann postoperative Komplikationen erfahren. Transplantierte Patienten haben das zusätzliche Risiko der Immunsuppression, die ihr Immunsystem schwächt und damit auch die Fähigkeit, Infektionen zu bekämpfen. Die Mehrheit der Patienten nach Lungentransplantation erfahren tatsächlich auch kleinere Komplikationen in den ersten Wochen nach Transplantation. Diese sind allerdings kein Grund für ernsthafte Befürchtungen, da sie in der Regel durch die Behandlung von erfahrenen Transplantationsärzten ohne Probleme gemeistert werden können.

Neben den bei jeder Operation möglichen Komplikationen wie unter anderem Wundinfektionen, Lungenentzündung, die Möglichkeit einer Thrombose mit nachfolgender Lungenembolie sind nach einer Lungentransplantation von chirurgischer Seite die Anastomosen zwischen Spender- und Empfängerbronchus am kritischsten. Während eine Auseinanderklaffen (Dehiszenz) sehr selten ist, kann in einigen Fällen - typischerweise nach 2-6 Monaten – an dieser Stelle eine Stenose entstehen, die allerdings mittels Ballondilatation oder Stentimplantation im Rahmen einer Bronchoskopie behoben werden kann.

Bei einer Abstoßungsreaktion ist es außerordentlich wichtig, die Warnsignale zu kennen und bei deren Auftreten sofort die betreuenden Transplantationsärzte zu kontaktieren. Mögliche Zeichen einer Abstoßungsreaktion sind: Schwächegefühl, schnelles Ermüden, erhöhte Temperatur über 37,5° C über mehrere Stunden, Atemnot bei geringen Anstrengungen, permanenter Hustenreiz.

Bei Verdacht auf Abstoßung müssen zusätzliche klinische Untersuchungen durchführt werden, die Lunge geröntgt werden und eine Biopsieprobe des Lungengewebes mittels einer Bronchoskopie gewonnen werden. Wenn eine akute Abstoßungsreaktion klinisch oder histologisch diagnostiziert wurde, wird eine zusätzliche medikamentöse Behandlung eingeleitet. Eine Abstoßungsreaktion kann sehr gut behandelt werden und stellt kein großes Risiko für den Patienten dar. Wichtig ist die Früherkennung. Deshalb sollte beim Auftreten von abstoßungsrelevanten Symptomen umgehend der betreuende Transplantationsarzt benachrichtigt werden.