Aufnahme auf die Warteliste

Vor Aufnahme auf die Wartelisten sollten folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Nicht rückbildungsfähige angeborene oder erworbene Erkrankung des Lebergewebes, der Gallengänge oder der Lebergefäße, die eine Lebertransplantation erforderlich machen oder machen werden

  • Chronisches Transplantatversagen im Langzeitverlauf nach bereits erfolgter Lebertransplantation

  • Die Entscheidung zur Aufnahme auf die Warteliste sollten der behandelnde Hepatologe, einer der die Transplantation durchführenden Leberchirurgen und der Patient gemeinsam treffen. Zusätzlich werden Narkoseärzte (Anästhesisten) hinzugezogen, um die Operabilität des Patienten aus anästhesiologischer Sicht zu beurteilen.

 

Ein Arzt aus dem Transplantationszentrum führt vor Aufnahme auf die Warteliste mit dem Patienten ein ausführliches Aufklärungsgespräch, welches folgende Punkte umfasst:

  • Risiken und Aussichten der Transplantation

  • Operativtechnische Vorgehensweise und mögliche Risiken des Eingriffs

  • Medizinische, soziale und psychische Auswirkungen

  • Immunsuppression (Medikamente zur Unterdrückung der körpereigenen Abwehrkräfte) und deren Nebenwirkungen

  • Notwendigkeit und Häufigkeit regelmäßiger Kontrolluntersuchungen nach erfolgter Transplantation

 

Eine Aufnahme auf die Warteliste kann nicht erfolgen bei:

  • bösartigen Erkrankungen (Krebs), die nicht vollständig geheilt werden konnten. Ausnahme hiervon sind auf die Leber begrenzte Tumoren wie das hepatozelluläre Karzinom oder das cholangiozelluläre Karzinom

  • Klinisch manifeste chronische Infektionserkrankungen

  • Schwerwiegende zusätzliche Erkrankungen (z.B. schwere Herzerkrankungen), die ein lebensbedrohliches Risiko für den Erfolg der Transplantation darstellen.

  • Bestehender Alkoholismus

 

Während der Wartezeit sollte an folgende Punkte gedacht werden:

  • regelmäßige Überprüfung der Indikation zur Transplantation im Rahmen von ambulanten Kontrolluntersuchungen (idealerweise alle 6 Monate)

  • Sofortige Mitteilung des Patienten an das Transplantationszentrum, falls er seine Zustimmung zur Transplantation zurückziehen möchte.

  • Sofortige Meldung beim Transplantationszentrum, falls ein temporärer (vorübergehender) Hinderungsgrund für die Transplantation vorliegt (z.B. Krankheit, familiäre Gründe oder eine nicht verschiebbare Reise)

  • Der Patient sollte immer über seinen Status auf der Warteliste (T für „transplantabel“ /NT für „derzeit nicht transplantabel“) informiert sein.

  • Ein Patient, der als transplantabel auf der Warteliste geführt wird, muss vom Zeitpunkt seiner Meldung bei Eurotransplant immer, Tag und Nacht, telefonisch über Mobilfunk oder Festnetz erreichbar sein. Dies kann entscheidend für eine Transplantation sein. Ein nicht erreichbarer Patient verpasst womöglich die Chance auf eine Transplantation und damit auf ein „zweites Leben“. Aus diesem Grunde ist es auch außerordentlich wichtig, dass der Patient jede Änderung seiner Telefonnummern sofort dem Transplantationszentrum mitteilt.