Die Transplantation

Wenn die Spendeleber im Operationssaal angekommen ist, wird sie dem Transportbehälter entnommen und anschließend in der kalten Konservierungslösung liegend für die Implantation vorbereitet („Back table“-Präparation).

Die Standardtechnik besteht in einer Entfernung der erkrankten Leber und der Einpflanzung einer Spenderleber in gleicher Position. Die Operation beginnt mit einem L-förmigen oder sternförmigen Oberbauchschnitt und Freilegung der leberversorgenden Gefäße.

Standarttechniken

Die Entfernung einer zirrhotischen Leber kann durch Pfortaderhochdruck (portale Hypertension) und Gerinnungsstörungen (z.B. Mangel an Gerinnungsfaktoren und Thrombozyten) erschwert sein. Die Implantation der Spenderleber umfasst die Annaht der Hohlvene ober- und unterhalb der Leber, die Verbindung der Pfortader, der Leberarterie und des Gallengangs. Alternativ kann die neue Leber “Huckepack” (piggy-back) auf die Empfängerhohlvene verbunden werden. Letzteres geht mit einer geringeren Kreislaufbelastung des Empfängers einher, verlängert aber die Präparationszeit vor dem eigentlichen Ersatz der erkrankten Leber.

Leberanatomie

Die Spenderpfortader wird in der Regel an Empfängerpfortader angeschlossen. In seltenen Fällen (bei Pfortaderthrombose) muss eine Überbrückung zu einem vorgelagerten Gefäß im Pfortaderstromgebiet geschaffen werden. Die Spenderleberarterie wird an Empfängerleberarterie oder direkt an die Hauptschlagader (Aorta) angeschlossen. Der Gallengang wird bei guter Größenübereinstimmung mit dem eigenen Hauptgallengang verbunden. Eine ausgeprägtes Größenmissverhältnis oder bestimmte Grunderkrankungen machen jedoch eine Gallenableitung über eine Darmschlinge notwendig.

Leberlappen

Das Split Leberverfahren basiert auf dem Gewebeaufbau der Leber, die praktisch aus zwei großenTeilen besteht: dem rechten, (größeren), und dem linken, (kleineren) Leberlappen. Hieraus ergibt sich die Möglichkeit, ein Organ für zwei Empfänger zu verwenden. Im Allgemeinen wird der rechte Leberlappen eines verstorbenen Spenders für einen erwachsenen Empfänger verwendet und der linke, kleinere, für ein Kind. Dies ist chirurgisch möglich, da die Blutgefässe (Arterien und Venen) sowie der Gallengang sich vor dem Eintritt in die Leber aufteilen. Auf diese Weise lassen sich mit einem Organ zwei Patienten versorgen, und möglicherweise zwei Leben retten.