Postoperative Komplikationen und Abstoßungsreaktion

Jeder Patient, der sich größeren chirurgischen Eingriffen unterzieht, kann postoperative Komplikationen erfahren. Dazu gehören bei Operationen am Herzen Nachblutungen in den Herzbeutel (Herzbeuteltamponade) und Wundheilungsstörungen. Bei Patienten, die nach der Operation sehr unruhig sind, viel husten müssen oder sich bei ihren Bewegungen nicht an die Vorgaben der Ärzte und des Pflegepersonals halten, kann es zu einer Instabilität des nach der Operation mit Metalldrähten zusammengehaltenen Brustbeins kommen, das dann operativ wieder fixiert werden muss.

Transplantierte Patienten haben das zusätzliche Risiko der Immunsuppression, die ihr Immunsystem schwächt und damit auch die Fähigkeit, Infektionen zu bekämpfen. Die Mehrheit der Patienten nach Herztransplantation erfahren tatsächlich auch kleinere Komplikationen in den ersten Wochen nach Transplantation. Diese sind allerdings kein Grund für ernsthafte Befürchtungen, da sie in der Regel durch die Behandlung von erfahrenen Transplantationsärzten ohne Probleme gemeistert werden können.

Bei einer Abstoßungsreaktion ist es außerordentlich wichtig, die Warnsignale zu kennen und bei deren Auftreten sofort die betreuenden Transplantationsärzte zu kontaktieren. Mögliche Zeichen einer Abstoßungsreaktion sind: Schwächegefühl, schnelles Ermüden, erhöhte Temperatur über 37,5° C über mehrere Stunden, Gewichtszunahme innerhalb einer kurzen Zeitspanne (1-2 Tage), Atemnot bei geringen Anstrengungen, Wassereinlagerungen im Gewebe oder Herzrhythmusstörungen.

Wenn eine akute Abstoßungsreaktion klinisch oder histologisch diagnostiziert wurde, wird eine zusätzliche medikamentöse Behandlung eingeleitet. Eine Abstoßungsreaktion kann sehr gut behandelt werden und stellt kein großes Risiko für den Patienten dar. Wichtig ist die Früherkennung. Deshalb sollte beim Auftreten von abstoßungsrelevanten Symptomen umgehend der betreuende Transplantationsarzt benachrichtigt werden.