Das Dünndarm- oder Multiorganangebot

Mit der Organvermittlung in Deutschland (und in 6 weiteren europäischen Ländern) ist die Eurotransplant-Stiftung mit Sitz in Leiden (Niederlande) beauftragt. Damit darf eine Organvermittlung innerhalb Deutschlands ausschließlich über diese Organisation erfolgen. Für jedes gemeldete Spenderorgan werden dort anhand der vorliegenden Patientendaten und der mittels eines Score-Systems gemeldeten Dringlichkeit die in Frage kommenden Empfänger ermittelt. Dabei müssen Spender und Empfänger die gleiche Blutgruppe besitzen. Zusätzlich sollten Größe und/oder Gewicht von Empfänger und Spender einigermaßen übereinstimmen. Abweichungen zwischen zehn und 20 Prozent sind im Einzelfall akzeptabel. Dies hängt von verschiedenen medizinischen Gesichtspunkten ab (z.B. Dringlichkeit der Transplantation, Voroperationen). Für Dünndarm- oder Multiviszeraltransplantationen  werden vorwiegend schlanke Spender mit stabilem Kreislauf und einem Alter unter 50 Jahren ohne intestinale Vorerkrankungen herangezogen.

Eine erste Vorentscheidung, ob ein entsprechendes Spenderangebot für den entsprechenden Empfänger passt, müssen die in diesen Dingen entsprechend erfahrenen Ärzte des Transplantationszentrums, das die Dünndarm/Multiviszeraltransplantation durchführt, aufgrund der telefonisch übermittelten Daten treffen. Die endgültige Entscheidung über die Annahme eines Spenderorgans trifft dann das Explantationsteam vor Ort - nach Überprüfung aller dort vorliegenden Spenderdaten (z.B. Laborwerte) und Inspektion und Palpation (Tastbefund) der Bauchorgane. Liegen adäquate Spenderorgane vor und ist der Empfänger zum Zeitpunkt der Organvermittlung in einem transplantationsfähigen Zustand, wird der Dünndarm/ werden die Organe für diesen Patienten angenommen. Besteht beim Empfänger eine Kontraindikation für den geplanten Eingriff, so werden die Organe von Eurotransplant für die nächsten passenden Patienten auf der Warteliste angeboten.