Allgemeines zur Dünndarmtransplantation

Dünndarm- und Multiviszerale Transplantation am Klinikum der Universität München

Die Dünndarmtransplantation stellt die einzige kurative Therapie für Patienten mit Kurzdarmsyndrom dar. Obwohl sich die Ergebnisse der Dünndarmtransplantation in den letzten Jahren stetig verbessert haben, müssen an die Auswahl geeigneter Patienten strenge Kriterien gestellt werden, um die Chance auf eine erfolgreiche Transplantation zu gewährleisten. Durch verschiedene Erkrankungen kann es zu einem langstreckigen Verlust von Dünndarm kommen und somit die Darmoberfläche soweit reduzieren, dass nicht mehr genügend Flüssigkeit und Nährstoffe aufgenommen werden können (Kurzdarmsyndrom). In dieser Situation kann eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit und Nährstoffen nur mehr durch einer lebenslangen (totalen) parenteralen Ernährungs- (TPN) Infusionen gewährleistet werden. Aber auch bestimmte funktionelle Störungen können den Nahrungstransport soweit stören, dass eine ausreichende Nährstoffaufnahme über die Darmwand nicht mehr stattfinden kann.

Insgesamt ist die Dünndarmtransplantation ein selten durchgeführter Eingriff mit durchschnittlich 5 Transplantationen im Jahr in Deutschland und 100 Transplantationen pro Jahr weltweit. Das Klinikum der Universität München hat als einziges Transplantationszentrum in Bayern die Zulassung zur Dünndarmtransplantation. In Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachabteilungen (Chirurgie, Gastroenterologie/Hepatologie, Ernährungsmedizin) werden im Klinikum der Universität München/Großhadern sowohl eigene als auch auswärtige Patienten für eine Dünndarm-Transplantation beziehungsweise Dünndarm-Transplantierte betreut.

Werden drei oder mehrere Organe gleichzeitig verpflanzt, spricht man definitionsgemäß von einer Multiviszeraltransplantation. Diese beinhaltet in den allermeisten Fällen die en-bloc Transplantation von Leber, Magen, Pankreas, Duodenum sowie Dünndarm und in Einzelfällen auch das rechte Hemicolon. Gelegentlich wird auch eine Niere mitimplantiert.