Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie

Internetauftritt: http://strahlenklinik.klinikum.uni-muenchen.de/

 

Prof. Belka

Direktor

Prof. Dr. C. Belka

Bild PD Dr. Roeder

Stellverstretende Leitung Pankreaszentrum

PD Dr. F. Roeder


Einführung

Trotz großer Fortschritte in der Therapie maligner Erkrankungen ist die Prognose für Pankreaskarzinompatienten als sehr schlecht einzuschätzen. Entsprechend liegt das 5-Jahres-Überleben immer noch <5%. Nach wie vor können nur die Patienten kurativ behandelt werden, bei denen eine komplette Resektion des Tumors (R0-Resektion) durchgeführt werden kann.

Die fehlenden Möglichkeiten einer frühzeitigen Diagnostik, das Nichtvorhandensein von Frühsymptomen und die aggressive Wachstums- und Ausbreitungstendenz der Erkrankung bedingt, dass nur ca. 10-15% der Patienten bei Diagnosestellung ein lokales, resektables Stadium der Erkrankung haben. Aber auch nach einer R0-Resektion haben nur 10-25% der Patienten eine kalkulierte Überlebenschance von 5 Jahren.

Die meisten Pankreaskarzinome haben neben einer frühzeitigen hämatogenen Metastasierungspotenz hohe lokale Risikofaktoren, die sich in einer häufigen regionalen Lymphknotenmetastasierung, Lymphangiose, Nervenscheideninfiltration, Gefäßinfiltration oder auch durch ein organüberschreitendes Wachstum ausdrückt. Die lokalen Risikofaktoren bedingen, dass auch nach einer Tumorresektion die Wahrscheinlichkeit von Lokalrezidiven zwischen 50 und 85% liegt.

Strahlentherapie sinnvoll bei lokalisierter Erkrankung

Der Schwerpunkt der Strahlentherapie liegt in der Behandlung lokalisierter, d.h. nicht metastasierter Tumorstadien. Dies gründet sich auf die hohe lokale Effektivität dieser Behandlungsoption. Die Bestrahlung hat an sich keinen Effekt auf die Metastasierung. Daher wird sie in kombinierten und sequenziellen Regimen zusammen mit einer Chemotherapie eingesetzt. Auf diese Weise kann man einerseits die lokale Kontrolle der Tumorerkrankung verbessern und auf der anderen Seite einer häufig vorhandenen klinisch inapparenten Metastasierung entgegenwirken.

Strahlentherapie nach R0-Resektion bei lokalen Risikofaktoren

Auch wenn ein Tumor chirurgisch komplett entfernt werden konnte, so liegen doch häufig Faktoren vor, die auf ein erhöhtes Rückfallrisiko hinweisen. Zu den lokalen Risikofaktoren gehören die Infiltration von Blut- und Lymphgefäßen sowie das Tumorwachstum entlang der Nervenscheiden. Bei Vorliegen lokaler Risikokonstellationen kann daher eine Strahlentherapie zur Verbesserung der Tumorkontrolle beitragen.

Strahlentherapie nach R1-Resektion

R1-resezierte Tumoren sind solche, bei denen der Chirurg den sichtbaren Tumor entfernte, der Pathologe aber noch mikroskopische Tumorreste im Schnittrandbereich feststellt. Zur Verbesserung der lokalen Tumorkontrolle kann bei diesen Patienten eine kombinierte Radiochemotherapie empfohlen werden.

  Verantwortlich für den Inhalt: PD Dr. J. D'Haese