Ursachen

Langjähriger übermäßiger Alkoholkonsum ist bei etwa 80 Prozent der Patienten für die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronische Pankreatitis) verantwortlich. Bei unterschiedlichen „Toleranzgrenzen“ für Alkohol gibt es Betroffene, bei welchen bereits geringe Mengen an Alkohol genügen um die Erkrankung auszulösen. Aber nicht in jedem Fall muss es sich bei den Ursachen um einen chronisch erhöhten Alkoholkonsum handeln. Auch das Rauchen ist ein wichtiger Risikofaktor für die chronische Pankreatitis.

Genetische Defekte (Mutationen) können ebenfalls zu einer chronischen Pankreatitis führen oder ihr Entstehen zumindest begünstigen. Diese Defekte sind angeboren und können sich innerhalb einer Familie weitervererben. Verschiedene Mutationen ließen sich in den letzten Jahren mit der molekularbiologischen Forschung identifizieren. Inzwischen lassen sie sich zum Teil bereits vor Ausbruch der Krankheit durch einen Bluttest nachweisen.

Auslöser können aber auch, wenngleich seltener, Fehlbildungen der Bauchspeicheldrüse (z. B. Pankreas divisum), bestimmte Medikamente oder Stoffwechselstörungen sein. Außerdem bildet sich bei starkem Übergewicht (Adipositas) und erhöhten Blutfettwerten (Hyperlipidämie) ein cholesterinreicher Gallengries („Sludge“). Dieser Gallengries stellt die Vorstufe eines Gallensteins dar, der wiederum die gemeinsame Endstrecke des Gallengangs und des Bauchspeicheldrüsengangs, im Verlauf von wiederkehrenden Gallekoliken, narbig verändern kann. Bei manchen Betroffenen lässt sich indes kein auslösendes Moment rekonstruieren. Wir sprechen dann von einer idiopathischen chronischen Pankreatitis.

  Verantwortlich für den Inhalt: PD Dr. J. D'Haese