Therapie

Medikamentöse und interventionelle Therapie

Die Behandlung der akuten Pankreatitis richtet sich vor allem nach den Beschwerden des Patienten. Je nach der Verlaufsform (milde oder schwere Form) unterscheidet sich die Therapie. Grundsätzlich sollte jeder Patient mit akuter Pankreatitis in einem Krankenhaus überwacht und behandelt werden. Der Patient bleibt zunächst nüchtern, um damit die Bauchspeicheldrüse ruhig zu stellen, und erhält Schmerzmittel. Abhängig vom weiteren Verlauf kann der Patient wieder damit beginnen, leichte Kost zu sich zu nehmen.

Sollte sich eine schwere Form der akuten Pankreatitis abzeichnen, wird eine Verlegung auf die Intensivstation notwendig. Je nach Beschwerdebild und dem Ausfall anderer Organe (z. B. Lunge, Niere) kann eine zum Einsatz von Organ-unterstützenden Medikamenten und Maschinen (z.B. Beatmungsgerät) kommen. Teils müssen unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle Drainagen eingelegt werden, um infizierte Flüssigkeitsansammlungen im Bereich des Pankreas abzuleiten.

Operative Therapie

Eine Operation bei schwerer akuter Pankreatitis ist lediglich bei einem geringen Prozentsatz der Patienten notwendig. Dabei werden die infizierten und abgestorbenen Bauchspeicheldrüsenteile entfernt. Schließlich kommt es zur Einlage von mehreren Drainagen, durch welche in den folgenden Tagen der Raum um die Bauchspeicheldrüse durchgespült wird, um eine weitere Infektion zu verhindern. Zur Entlastung des Darmes muss gelegentlich ein künstlicher Darmausgang angelegt werden, der nach Erholung des Patienten (in der Regel ca. 3 Monate nach Entlassung aus dem Krankenhaus) wieder entfernt werden kann. Bei einem schweren Verlauf der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung kann es zu einem mehrwöchigen bis zu monatelangen Aufenthalt im Krankenhaus bzw. auf der Intensivstation kommen.

Neben der Behandlung des akuten Beschwerdebildes ist es nötig, die Ursache der akuten Pankreatitis zu ermitteln. Sollte ein Gallengangstein für das Entstehen der akuten Pankreatitis verantwortlich sein, wird man diesen so früh wie möglich mit Hilfe der Endoskopischen Retrograden Cholangio-Pankreatographie (ERCP) zu entfernen versuchen. Diese Untersuchung ist einer Magenspiegelung ähnlich, nur dass zusätzlich eine Sondierung des Galleganges und des Bauchspeicheldrüsenganges erfolgt. Dadurch können die Enzyme der Bauchspeicheldrüse und die Galle wieder in den Zwölffingerdarm abfließen. Der Schädigungsmechanismus  wird so unterbrochen. Falls Gallensteine die akute Pankreatitis ausgelöst hatten ist nach dem Ausheilen der Entzündung die Entfernung der Gallenblase notwendig.

  Verantwortlich für den Inhalt: PD Dr. J. D'Haese