Was ist eine Schulterarthroskopie?

Der Begriff „Schulterarthroskopie“ setzt sich aus den griechischen Worten arthros = Gelenk und skopein = hineinschauen zusammen. Heute geht die Schulterarthroskopie aber über ein pures „Hineinschauen“ in das Schultergelenk weit hinaus. Viele Schulteroperationen, die früher noch über große Hautschnitte durchgeführt werden mussten, können heute mittels der speziellen Instrumente „minimal-invasiv“ erfolgen.

 

Wie funktioniert eine Schulterarthroskopie?

Bei einer Schulterarthroskopie werden je nach geplanter Operation zwei oder drei jeweils nur ca. 3-5 mm lange Schnitte in der Haut benötigt. Über einen dieser Schnitte, der sich hinten an der Schulter befindet, wird eine kleine Kamera mit Beleuchtung (=Optik) in das Schultergelenk eingebracht. Mit dieser Optik wird das Schultergelenk beleuchtet und alle Strukturen, wie Gelenkknorpel an Pfanne und Kopf, Bänder und Sehnen, können untersucht und begutachtet werden. Das Bild wird von der Kamera auf einen großen Bildschirm übertragen. Um eine gute Sicht im Gelenk zu bekommen und um es zu spülen, wird es über eine Pumpe mit Flüssigkeit (z.B. physiologische Kochsalzlösung) aufgefüllt. Über den zweiten und dritten Schnitt, führt der Operateur die entsprechenden Instrumente in das Schultergelenk ein. Diese reichen von Tasthaken zur Inspektion der verschiedenen Gewebe über elektrische Sonden zur Entfernung von erkranktem Gewebe bis hin zu Fräsen, mit denen störende Knochenanteile entfernt werden können. Auch die Anker zur Befestigung einer gerissenen Sehne am Knochen werden über diese kleinen Hautschnitte eingebracht.

 Bild muss überarbeitet werden, ist nicht von uns!

 

An einer linken Schulter eingezeichnete anatomische Landmarken und die Positionen der möglichen Portale/Schnitte für die Arthroskopie. Die Portale 1, 3 und 5 sind die Standardportale.

 

Was sind die Vorteile einer Schultergelenk Arthroskopie?

Im Gegensatz zu einer offenen Schulteroperation kann bei der Arthroskopie das gesamte Schultergelenk eingesehen werden, ohne die das Schultergelenk umgebenden Sehne der Rotatorenmanschette zu verletzen. Mit Hilfe der Optik können sämtliche Bereiche des Gelenkes dargestellt und alle Strukturen (Sehnen, Knorpel, Labrum) begutachtet werden. Dies erhöht die diagnostische Sicherheit und ermöglicht zudem dem Operateur die sofortige Therapie mit den speziellen minimal-invasiven Instrumenten.

Durch diese schonende Methode ist die Arthroskopie ein nur gering belastender Eingriff für die Patienten und weniger mit weniger Schmerzen verbunden als eine offene Operation. Dadurch erholt sich das Gelenk viel schneller von dem Eingriff. Zudem sind die klassischen Operationsrisiken, wie Infektion, Nachblutung, Nervenverletzung, Gelenkeinsteifung gegenüber der offenen Operation deutlich vermindert.

 

Was sind die Risiken einer Arthroskopie der Schulter?

Spezielle Risiken, die nur mit der Arthroskopie auftreten gibt es nicht. Natürlich gilt es auch vor einer Arthroskopie die Notwendigkeit des Eingriffes sorgfältig zu überprüfen, um eine unnötige Operation und die damit möglichen Risiken zu vermeiden.

 

Blick in ein linkes Schultergelenk von hinten. Der Tasthaken wird von vorn eigeführt und testet gerade die Beschaffenheit der vorderen Knorpellippe an der Gelenkpfanne, welche sich links im Bild befindet. Der Oberarmkopf ist rechts im Bild zu sehen.