Revisionseingriff

Unter dem Begriff Revisionseingriff versteht man Folge-, Wechsel- oder Korrekturoperationen nach einem ersten Eingriff, dem sogenannten Primäreingriff. Im Bereich der Knieendoprothetik sind Revisionseingriffe vor allem dann nötig, wenn es zu Lockerungen von Prothesenteilen, zum Aufbrauch des Gleitkunststoffs oder zu Infektionen kommt. Bei den Lockerungen unterscheidet man die aseptischen Lockerungen (ohne infektiöse Ursache) von den septischen Lockerungen, bei denen ein bakterieller Infekt zugrunde liegt. Weitere Gründe für Revisionseingriffe sind durch Schrumpfung und Vernarbungen der Gelenkkapsel bedingte Bewegungseinschränkungen, sogenannte Arthrofibrosen sowie Schmerzprobleme im Bereich der Kniescheibe. In unserer Klinik werden eine beträchtliche Anzahl von Revisionseingriffen durchgeführt, da diese häufig von den Krankenhäusern, in denen die Primäroperation erfolgt war, nicht durchgeführt werden. Patienten mit entsprechenden Problemen werden dann in der Regel an ein Zentrum wie das unsere überwiesen.

Aseptischer Prothesenwechsel

Liegt die aseptische Lockerung einer oder mehrerer Prothesenkomponenten vor, so müssen diese ausgewechselt werden. Hierbei wird in aller Regel derselbe operative Zugangsweg wie bei der Primäroperation verwendet. Häufig können die gelockerten Komponenten gegen neue Komponenten desselben Prothesenmodells ausgetauscht werden. Ist jedoch aufgrund schlechter Knochenqualität oder grossen Verlusts an Knochensubstanz mit Standardimplantaten keine ausreichend gute Verankerung zu erreichen, kommen sogenannte Revisionsimplantate zum Einsatz. (Näheres hierzu unter Spezialimplantate)

Septischer Prothesenwechsel

Liegt der Prothesenlockerung ein bakterieller Infekt zugrunde, so kann in den meisten Fällen kein Prothesenwechsel in einer einzigen Operation erfolgen. Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass Bakterien auch durch hochdosierte Antibiotikabehandlung von Fremdoberflächen (in diesem Falle Prothesenteile) kaum zu entfernen sind. Wird in einer solchen Situation unmittelbar beim Ausbau einer infizierten Prothesenkomponente ein frisches Implantat eingesetzt, so besteht das Risiko dass dieses unmittelbar wieder von Bakterien infiziert wird und somit nichts gewonnen ist. In diesen Fällen wird daher meist in einer ersten Operation das infizierte Implantat entfernt und durch einen Platzhalter (Spacer) aus antibiotikumhaltigem Knochenzement ersetzt. Nach Ablauf von 4 – 6 Wochen und bei sicher unauffälligen Entzündungszeichen im Blut des Patienten kann dann in einer zweiten Operation die erneute Versorgung mit einer Endoprothese erfolgen.

Arthrolysen

Aufgrund von bestimmten Veranlagungen kommt es bei manchen Patienten nach einer Gelenkoperation - wie in diesem Fall der Implantation einer Oberflächenersatzprothese des Kniegelenkes - zu einer Schrumpfung und Verhärtung der Gelenkkapsel. Die Folge ist eine Einschränkung der Beweglichkeit. Führt dies zu einer entsprechend ausgeprägten Beeinträchtigung, so kann zuerst unter Vollnarkose ein Aufdehnen der Gelenkkapsel, eine sogenannte Narkosemobilisierung versucht werden. Führt diese, zusammen mit einer speziellen Nachbehandlung, nicht zum gewünschten Erfolg, so müssen die Vernarbungen operativ, je nach Fall, entweder offen oder arthroskopisch gelöst werden. Auch in diesen Fällen ist eine längere, spezielle Nachbehandlung notwendig, um den Erfolg zu sichern, und nicht in allen Fällen kann eine dauerhafte Besserung erreicht werden. Weshalb manche Menschen zu so ausgeprägten Vernarbungen der Gelenkkapsel neigen, ist bis heute nicht ausreichend erforscht.

Folgeeingriffe an der Kniescheibe

Bei manchen Patienten entstehen im Verlauf nach Implantation einer Oberflächenersatzprothese Schmerzen im Bereich der Kniescheibe. Sind diese klar durch Arthrose im Bereich des Kniescheibengleitlagers bedingt, kann durch die Implantation eines Rückflächenersatzes Besserung erreicht werden. In anderen Fällen genügt die Abtötung der Schmerznerven zur Kniescheibe, eine sogenannte Patelladenervierung. Liegt eine nicht optimale Einstellung der Kniescheibe im Gleitlager des Oberflächenersatzes zugrunde, so können Eingriffe an den Führungsbändern der Kniescheibe (sogen. lateral release) oder in seltenen Fällen am knöchernen Ansatz der Kniescheibensehne erforderlich sein.

 

 

 
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Paulus-2019

FOA Dr. med. A. Paulus