Gutartige Knochentumoren

Gutartige Knochen- und Weichteiltumoren

Prinzipiell werden im Schwerpunkt Tumororthopädie alle Tumorerkrankungen des Bewegungsapparates aber auch eine Reihe sogenannter „tumorähnlicher“ Erkrankungen wie Knochenzysten, Fibröse Dysplasie, das Nicht ossifizierende Fibrom, die Langerhanszell-Histiozytose, der Morbus Paget und andere behandelt.

 

In vielen Fällen lässt sich durch die Diagnose solcher Läsionen anhand der Bildgebung eine Biopsie oder ein aufwendigerer operativer Eingriff vermeiden.

 

Bedingt durch die relative Seltenheit maligner Knochentumore (6-8 Neuerkrankungen pro 1 Mio Bevölkerung und Jahr) wird der niedergelassene Arzt kaum Gelegenheit haben, eigene Erfahrungen zu sammeln. Viel häufiger dagegen treten tumorähnliche Veränderungen des Skelettsysterns auf, bei welchen sich die Frage nach einem sinnvollen diagnostischen Vorgehen stellt.

Vorstellig wird der Patient meist aufgrund von Beschwerden oder schmerzhaften Schwellungszuständen häufig in Gelenknähe. Die Anamnese gibt Aufschluß über die Dynamik der Entstehung. Auch wenn kein Trauma erinnerlich ist, wird eine konventionelle Röntgenaufnahme in zwei Ebenen unverzichtbar sein und bildet die Grundlage für das weitere Vorgehen.

Ist eine fokale Läsion erkennbar, ist zunächst die genaue Lokalisation, ob epiphysär, metaphysär oder diaphysär zu beachten. Unter Berücksichtigung des Alters des Patienten ergeben sich hieraus bereits erste Hinweise, da einzelne Tumore, z.B. das Osteo- und das Ewing-Sarkorn typische Altersgipfel im Adoleszenzenalter aufweisen und häufig in Gelenknähe lokalisiert sind. Wegweisend ist darüber hinaus die Beschaffenheit der Kortikalis. Eine schmale intakte Kortikalis einer zystischen metaphysären Osteolyse ist z.B. oft typisch für eine aneurysmatische Knochenzyste, während epiphysäre Osteolysen mit ausgedünnter, aber intakter Kortikalis eher für einen Riesenzelltumor sprechen. Der sklerotische scharfe Rand einer Läsion spricht eher für einen benignen Tumor, während die permeative Kortikalisdestruktion als Malignitätszeichen gewertet werden muß. Typischerweise ist auf mottenfraßähnliche Ausbreitung oder Periostreaktionen zu achten, in klassischer Weise auf die zwiebelschalenartige Periostauftreibung des Ewing-Sarkoms oder die Spiculae oder Codman-Dreiecke des Osteosarkoms.

Der Erfahrene kann allein aus den konventionellen Röntgenbildern mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Artdiagnose der Läsion stellen. Eine Hilfestellung liefert auch die Klassifizierung nach Lodwick, die ebenfalls allein auf konventionellen Röntgenbildern beruht.

Während ein benigner Tumor ohne weitere Diagnostik ggf. einer Therapie zugeführt werden kann oder lediglich der Kontrolle bedarf, ist bei Verdacht auf Malignität die weitere Diagnostik unverzichtbar. Bezüglich der Tumorausbreitung im Markraum und in den umgebenden Weichteilen hat sich die Kernspintomografie als äußerst hilfreich erwiesen. Insbesondere gilt dies auch für die Verlaufskontrolle unter Chemotherapie. Weiterhin einen festen Stellenwert hat die Computertomografie für die Knochendarstellung und die Skelettszintigrafie oder Ganzkörper-MRT für die Metastasensuche. Die Biopsie zur Diagnosesicherung, immer im Anschluß an die bildgebenden Vefahren, sollte bereits dort durchgeführt werden, wo nach Bestätigung der Verdachtsdiagnose auch die definitive operative Therapie möglich ist, d.h. im Regelfall im Tumorzentrum

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