Kreuzbandschäden

Vordere Kreuzband Ruptur

Die Kreuzbänder stellen die zentralen Stabilisatoren des Kniegelenkes gegen die vordere und hintere Verschiebung dar. Zu Rupturen des vorderen Kreuzbandes kommt es oft bei Drehverletzungen im Rahmen von Ski- oder anderen Sportunfällen. Häufig tritt hierbei ein blutiger Gelenkerguss auf. Kommt es im Anschluss an diese Verletzung zu einer dauerhaften Instabilität im Kniegelenk oder sind Begleitverletzungen der Menisken bzw. des Knorpels vorhanden, so ist in den meisten Fällen eine operative Therapie notwendig. Die vordere Kreuzbandplastik ist ein standardisiertes Operationsverfahren. An unserer Klinik wird dabei individuell für jeden Patienten entschieden, ob im Falle einer notwendigen Operation das mittlere Drittel der Patellarsehne oder ein Vierfachtransplantat bestehend aus der gedoppelten Semitendinosussehne und der gedoppelten Grazilissehne zum Einsatz kommt. Für beide autologen Sehnentransplantate stehen moderne Befestigungsmethoden aus sich selbst auflösenden Materialien zur Verfügung. Eine Materialentfernung ist somit nicht mehr erforderlich. Die Operation besteht aus zwei Teilen. Zuerst müssen die Sehnen, welche als neues Vorderes Kreuzband verwendet werden, gewonnen werden, danach erfolgt die Befestigung der Transplantatsehnen entsprechend dem Verlauf des Vorderen Kreuzbandes an Ober- und Unterschenkelknochen. Die Entnahme der Sehnenanteile erfolgt über einen ca. 5 bis 8 cm langen Hautschnitt entweder über der Kniescheibensehne (Patellarsehnenersatz) oder an der Innenseite des Unterschenkels kniegelenksnah (Semitendinosus/Grazilis-Ersatz). Die Verankerung der Sehnen am Knochen erfolgt mit Hilfe von Zielgeräten durch eine Kniegelenksspiegelung. Neben dem korrekten anatomischen Verlauf der Transplantatsehne muss auch auf die richtige Spannung der Sehne geachtet werden. Die folgenden Bilder sollen einen schematischen Überblick über die Vordere Kreuzbandplastik mit gedoppelter Semitendinosussehne und gedoppelter Grazilissehne (4fach-Transplantat) geben. Alle zur Befestigung der Sehnen eingebrachten Schrauben sind bioresorbierbar und müssen nicht mehr entfernt werden. Nach der Operation wird unverzüglich mit der physiotherapeutischen Behandlung begonnen. Der Krankenhausaufenthalt beträgt 7 bis 10 Tage. Ab dem 3. Tag postoperativ kann in Abhängigkeit von Schmerzen des Bein zunehmend belastet werden. Ab der 3. Woche ist Vollbelastung erlaubt. Ca. ab der 7.-9. Woche sind sportliche Aktivitäten wie Radfahren, leichtes Lauftraining und Schwimmen erlaubt.

Hintere Kreuzband Ruptur

Die hintere Kreuzbandruptur ist seltener als die vordere. Meist sind hier Verletzungen mit größerer Gewalteinwirkung vorausgegangen. Eine Operationsindikation bei hinterer Kreuzbandläsion kann bei persistierender Instabilität im Kniegelenk gegeben sein Häufig besteht hier dann zusätzlich eine Kapselbandverletzung im hinteren-äußeren Kniegelenksbereich. Die Operationstechnik ist bei der hinteren Kreuzbandplastik wie beim vorderen Kreuzband arthroskopisch-assistiert. Bei der Transplantatwahl wird ebenfalls die Patellarsehne oder die Semitendinosus-/Grazilissehne verwendet. Die Befestigung erfolgt bei beiden Transplantaten meist mit resorbierbaren Interferenzschrauben. Die Nachbehandlung und die Dauer des Krankenhausaufenthaltes sind vergleichbar mit der Vorderen Kreuzband Ruptur.