Hüftgelenksendoprothetik

Überblick

Die Hüftendoprothetik stellt den künstlichen Ersatz des Hüftgelenks dar. Dieser ist hauptsächlich beim Altersverschleiß des Hüftgelenks, der so genannten Coxarthrose notwendig. Weitere Erkrankungen am Hüftgelenk welche diesen Eingriff häufig erforderlich machen sind die Rheumatoide Arthritis (Gelenkrheuma), die Hüftkopfnekrose (Absterben des Hüftkopfes bei Durchblutungsstörung), die posttraumatische Arthrose nach einem Unfall, die sekundäre Arthrose als Folge einer Hüfterkrankung wie z.B. bei M. Perthes oder Hüftdysplasie (angeborene Fehlanlage des Hüftgelenks).   

Hierbei wird die Indikation zu diesem Eingriff anhand der Röntgenaufnahmen des Hüftgelenks in Abhängigkeit vom Beschwerdebild des Patienten abhängig gestellt. Zu den klassischen Symptomen der Coxarthrose zählt neben einer Bewegungseinschränkung im Hüftgelenk der belastungsabhängige Anlaufschmerz in der Leiste, welcher im vorgeschrittenen Stadium sich bis zu einem Dauerschmerz steigern kann. Beim künstlichen Ersatz des Hüftgelenks gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Verankerungsarten - die zementfreie und die zementierte Verankerung von Pfanne und Schaft im Knochen, die sich auch kombinieren lassen (Hybridverankerung). Bei den zementfreien Pfannen kann, je nach knöcherner Situation, eine Schraubpfanne oder eine Pressfitpfanne eingesetzt werden.

Vor und nach der Operation

Vor der Durchführung einer Hüftprothesenimplantation raten wir zur Durchführung einer Eigenblutspende mit 2 Blutkonserven, da eine Bluttransfusion während des Eingriffs bei etwa 50% erforderlich ist. Allergien auf Prothesenbestandteile (z.B. Metall- oder Nickelallergie) müssen vorab ausgeschlossen und gegebenenfalls Sonderprothesen bestellt werden.

Nach dem Eingriff verweilen die Patienten ca. 2 Wochen in unserer Klinik auf der Station. Erst nach kompletter Wundheilung erfolgt auf Patientenwunsch die Verlegung zur Anschlussheilbehandlung in eine Rehabilitationsklinik für weitere 3-4 Wochen. Auch dann werden zu Beginn noch engmaschige Kontrollen (6 Wochen, 3 Monate, 6 Monate sowie 12 Monate nach der Operation) mit Röntgenaufnahmen durchgeführt. Anschließend sollten bei allen Endoprothesen Kontrollen in 1-Jahres-Abständen erfolgen.

Die hauptsächlichen Erfolgsziele dieser Operation sind ein Nachlassen der Schmerzen sowie eine Verbesserung der Mobilität. Mit einem künstlichen Hüftgelenk bestehen im Alltag fast keine Einschränkungen. Im sportlichen Bereich sollte hingegen auf sehr gelenkbelastende Aktivitäten (z.B. Squash, alpines Skifahren besonders auf Buckelpisten, Bergsteigen, Trampolinspringen, Joggen, Gewichtheben) verzichtet werden. „Sanftere“ Sportarten, wie Bergwandern mit Stöcken, Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen oder Golf sind aber weiterhin gut möglich.

Beratung und Planung

Zu einer ausführlichen Beratung und gegebenenfalls Planung des notwendigen Eingriffs sollten Sie sich einen Termin in der Allgemeinsprechstunde unserer Orthopädischen Poliklinik geben lassen. Für die Diagnostik, Beratung und Planung von Wechseloperationen haben wir als Spezialsprechstundeeine eine Endoprothesensprechstunde  eingerichtet. Termine können unter 089/7095-3790 vereinbart werden.