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Stereotaktische Neurochirurgie

Die Arbeitsgruppe für Stereotaktische Neurochirurgie an der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik Großhadern ist eines der größten Spezialzentren weltweit mit jährlich über 600 neuroonkologischen Eingriffen. Durch diese Expertise sind wir in der Lage Eingriffe in jeder Lokalisation des Gehirns durchzuführen und für jeden Patienten in persönlichen Gesprächen die verschiedenen Behandlungsoptionen aufzuzeigen und ein individuelles auf den Patienten zugeschnittenes Therapiekonzept zu erstellen.

Als Voraussetzung für die Durchführung personalisierter moderner onkologischer Therapiekonzepte ist heutzutage neben einer Gewebsdiagnostik eine molekular-genetische Diagnostik unabdingbar.Wir haben daher als erste Klinik weltweit in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Neuropathologie (Direktor: Prof. Dr. Kretzschmar) ein Konzept der molekularen stereotaktischen Serienbiopsie entwickelt und in die tägliche Routine implementiert. Hierbei wird anhand kleinster Gewebsproben neben einer zuverlässigen Gewebsdiagnostik auch ein molekularer Fingerabdruck des Tumors erstellt (MGMT-Methylierungsstatus, Allelverlust auf Chromosom 1p und 19q sowie IDH1 / IDH2 Mutationen, Mutationen auf dem Tumorsupressorgen TP53).

Die Durchführung der molekularen stereotaktischen Biopsie erfolgt immer auf der Basis von multimodalen Bilddaten wie Computertomographie (CT), Kernspintomographie (MRT) sowie der Positronenemissionstomographie (FET-PET). Für die Zielgenaue Planung der stereotaktischen Operationen steht uns eine Robotertechnik gestützte Operationssimulation zur Verfügung. Die diagnostische Treffsicherheit des Verfahrens liegt unter den beschriebenen Voraussetzungen bei c.a.98%. Das operative Risiko ist sehr gering (<1%).

Für umschriebene Gliome in funktionell relevanten Arealen bieten wir in der Primär und Rezidivdiagnostik als minimal invasive Therapieoption die stereotaktische Brachytherapie an. Diese kann alleine oder auch bei größeren Tumorvolumina in Kombination mit einer mikrochirurgischen Resektion erfolgen. Diese Behandlungsstrategie wird von unserer Arbeitsgruppe kontinuierlich validiert und weiterentwickelt.

Stereotaktische brachytherapeutische Verfahren werden weiterhin bei umschriebenen Pinealistumoren und Metastasen angeboten.

Die stereotaktische interstitielle photodynamische Therapie hat zunehmend Bedeutung in der Behandlung umschriebener Rezidive eines malignen Glioms.Das Verfahren ist in unserer Abteilung in Zusammenarbeit mit dem Laserforschungslabor (Leiter: Dr. Baumgartner) entwickelt worden.

Die Arbeitsgruppe erforscht schwerpunktmäßig durch den Einsatz molekularer stereotaktischer Techniken die Verteilung und Veränderung von molekularen Biomarken bei Gliomen und deren prognostische und prediktive Bedeutung mit dem Ziel das Konzept der personalisierten Medizin weiterzuentwickeln.


Unser Leistungsspektrum:

  • Molekulare stereotaktisch geführte Serienbiopsien in jeder Lokalisation

  • Stereotaktisch Brachytherapie mittels temporärer Implantation von Iod 125 Seeds bei umschriebenen Gliomen und Metastasen in funktionell relevanten Arealen als minimal invasive Primär- und Rezidivtherapie

  • Stereotaktisch geführte photodynamische Therapie bei umschrieben Rezidiven eines malignen Glioms

  • Stereotaktische Diagnostik und Behandlung von Gehirntumoren bei Kindern in Kooperation mit der Dr. von Haunerschen Kinderklinik der LMU

  • Stereotaktische Punktion von Tumorzysten insbesondere bei zystischen Kraniopharyngeomen mit Implantation von „Inneren Shunts“.

  • Stereotaktisch geführte Ventrikulo-Zisternostomien bei tumorbedingten Hydrozephalus occlusus

  • Einleitung und ambulante Weiterbetreuung personalisierter multimodaler Therapiekonzepte


Sprechstunde Stereotaktische Neurochirurgie

  • Gliome, Metastasen, Pinealistumore, zystische Kraniopharyngeome
  • Fortlaufende Betreuung nach stereotaktischer interstitielle Brachtherapie, photodynamische Therapie
  • Chemotherapie

 

  Verantwortlich für den Inhalt: F. W. Kreth

Neuroonkologisches Sekretariat

Kontakt: Frau A. Dötsch

telefon +49 (0)89 4400-76556
+49 (0)89 4400-78871

 neuroonkologie@med.uni-muenchen.de



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