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Geriatrische Tagesklinik

Die Abteilung für Akutgeriatrie ist seit dem Jahr 2014 ein wichtiger Teilbereich der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV des LMU Klinikums. Sie gewinnt aufgrund der demographischen Entwicklung bzw. der zunehmenden Alterung der Bevölkerung weiter an Bedeutung. Fächerübergreifende Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Kliniken und Abteilungen, hohe Qualitätsstandards der Universitätsmedizin, sowie innovative Forschung ermöglichen eine optimale Versorgung älterer Menschen mit chronischen und komplexen Krankheitsbildern und Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität).

Unsere Tagesklinik ist bayernweit die erste geriatrische Tagesklinik an einer Universitätsklinik und erweitert das ambulante und vollstationäre Behandlungsangebot der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV und des gesamten LMU Klinikums. Die geriatrische Tagesklinik ist ebenfalls eine wichtige Ergänzung der internistischen bzw. hausärztlichen Betreuung von älteren Menschen in München und der Region. Die Tagesklinik verfügt über zunächst 10 Behandlungsplätze und ist räumlich und strukturell an die Abteilung für Akutgeriatrie angegliedert.

In enger Zusammenarbeit mit dem bayerischen Osteoporosezentrum bieten wir innovativste diagnostische Möglichkeiten von Muskelschwund (Sarkopenie) und Knochenschwund (Osteoporose) an. Unser interdisziplinäres Konzept geht dabei verschiedenen wissenschaftlichen Fragestellungen der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der muskuloskelettalen Erkrankungen im Alter nach.

Neben dem umfangreichen allgemeininternistischen Diagnostik- und Behandlungsspektrum wie z.B. bei Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, etc. bieten wir diagnostische und therapeutische Maßnahmen bei Gangstörungen, Schwindelsyndromen sowie Stürzen im häuslichen Umfeld an. Schmerztherapie z.B. nach operativer Versorgung bei einer Schenkelhalsfraktur ist ebenfalls möglich. Da gerade ältere Menschen mit eingeschränkten Organ- und Funktionsreserven durch Medikamentenwechselwirkungen unerwünschte Arzneimittelwirkungen erleiden, liegt unser therapeutischer Fokus oft auch auf der kritischen Überprüfung der Multimedikation und gegebenenfalls einer Anpassung dieser. 

In unserer geriatrischen Tagesklinik können wir im Rahmen einer interdisziplinären Betreuung durch ein geriatrisch weitergebildetes ärztliches und therapeutisches Team, speziell geschulte Pflegekräfte und Psychologinnen und Psychologen gezielt auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingehen und einen individuellen Therapieplan erstellen. Das Angebot unserer Tagesklinik richtet sich an Patientinnen und Patienten, die durch eine chronische oder akute Erkrankung in ihrer Eigenständigkeit gefährdet sind, aber noch keiner vollstationären Behandlung bedürfen oder diese vermeiden wollen. Der Vorteil der geriatrischen tagesklinischen Behandlung liegt darin, dass die älteren Menschen durch das tägliche Übernachten zuhause in Ihrer gewohnten Umgebung verbleiben, was ein wichtiger, stabilisierender Faktor für die psychische Verfassung speziell bei Hochbetagten ist. Zusätzlich können die wieder gewonnenen alltagspraktischen Fähigkeiten zuhause erprobt bzw. umgesetzt werden. Dies setzt eine etablierte pflegerische Versorgung am Abend, in der Nacht und am Wochenende durch einen ambulanten Pflegedienst oder Angehörige voraus. Die Tagesklinik schließt eine Kurzzeitpflege aus.

Eine wichtige Voraussetzung der Aufnahme in die geriatrische Tageklinik ist die Transportfähigkeit der Patientinnen und Patienten. Dabei stellt die Benutzung von Gehhilfsmitteln wie z.B. Rollator oder Gehstock kein Ausschlusskriterium dar. Die täglichen Fahren in die Klinik werden durch einen behindertengerechten Fahrdienst gewährleistet. In Einzelfallen ist es auch denkbar, dass die Patientinnen und Patienten die Tagesklinik mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen.