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Prof. Dr. Dr. F. Oduncu, MA, EMB, MBA

Leiter Standort Innenstadt

Bild: Prof. Dr. Dr. F. OduncuKlinischer Schwerpunkt

Im Zuge des sogenannten Cross-over betreut die Medizinische Klinik und Poliklinik III seit dem 1.4.2018 Patienten an beiden Standorten Großhadern (ambulant und stationär) und Innenstadt (ambulant). Zusammen mit meinem Team verantworte ich den Standort Innenstadt, an dem wir eine sehr patientennahe ambulante und tagesklinische onkologische Versorgung anbieten. Im Falle einer stationären Behandlungsnotwendigkeit werden unsere Patienten schnell und unkompliziert auf eine der Bettenstationen am Standort Großhadern verlegt. Vor dem Cross-over habe ich von 2007-2017 die Hämatologie und Onkologie an der Med. Klinik und Poliklinik IV am Standort Innenstadt geleitet.

Wissenschaftliche Schwerpunkte

In unserer Arbeitsgruppe entwickeln wir bi- und trispezifische Antikörper-Derivate (sog. Triplebodies) gegen lymphoproliferative Erkrankungen (AML, CLL, NHL). Ein solcher „Triplebody" erkennt zwei verschiedene Zielstrukturen auf der Oberfläche derselben Krebszelle, anstatt nur eine wie die bisher verfügbaren Antikörper, und rekrutiert körpereigene Abwehrzellen (Effektoren, hier CD16 oder CD3) zur spezifischen Bindung und Elimination der Tumorzelle.

In den jüngsten Publikationen der Arbeitsgruppe konnte das Prinzip des "Dualen Targeting" bestätigt werden: (1) präferentielle Bindung und (2) präferentielle Elimination doppelt-positiver Zellen im Gegensatz zu einfach positiven Krebszellen, die nur eines der beiden Antigene tragen. Dieser Ansatz ist völlig neu, da herkömmliche Antikörper, die entweder auf dem komplexen IgG-Format (z.B. Rituximab) oder bispezifischen single-chain Fvs (z.B. Blinatumomab) beruhen, lediglich eine Bindungsstelle auf der Tumorzelle erkennen.

Dagegen ermöglicht das Duale Targeting eine Steigerung der spezifischen Tumorbindung und -elimination. Dadurch sollte ein bevorzugtes Ansteuern von Leukämie-Stammzellen (LSCs) vor normalen Gewebestammzellen und Bulk-Leukämiezellen im Prinzip erreichbar sein. Damit verbunden ist die Hoffnung und das Ziel der Arbeitsgruppe, in naher Zukunft therapeutische Moleküle in erster Linie bevorzugt gegen die Krebs- bzw. Leukämie-Stammzelle zu entwickeln, um den Tumorpatienten eine echte kurative Behandlung zu ermöglichen.

Bisher publizierte Triplebodies sind: 19-16-19, 33-16-33, 123-16-33, 123-16-123, 33-16-19, HLA-DR-16-19, 19-3-19 und 33-3-19. Diese Proteine eliminierten Leukämie-abgeleitete Zelllinien und Zellen aus Knochenmark und peripherem Blut von Patienten sehr effizient. Diese "Selektivität" eröffnet attraktive neue Möglichkeiten in der Krebstherapie, weil bisher verfügbare Chemotherapeutika und IgG-Antikörperformate keine vergleichbare Selektivität für Tumorzellen vor normalen Zellen zeigen und somit mit unerwünschten systemischen Nebenwirkungen behaftet sind.

 

Sprechstunde

nach telefonischer Terminvereinbarung (Sekretariat Frau B. Duge-Spenkuch)

Telefon (089) 4400 – 53405

Fax (089) 4400 – 54412

E-Mail bianca.duge@med.uni-muenchen


  Verantwortlich für den Inhalt: Prof. Dr. Dr. F. Oduncu; Stand: 21.06.2018