Fragen zur Regionalen Tiefenhyperthermie

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Frage 1:

Bei welchen Krebserkrankungen wird RHT angewendet?

Die regionale Tiefenhyperthermie in Kombination mit Chemotherapie bzw. mit Radiotherapie wird zur Behandlung bei folgenden Tumorerkrankungen angewendet:

Weichteilsarkomen (Bindegewebekrebs)

Rektumkarzinomen (Endarmkrebs)

Pankreaskarzinomen (Bauchspeicheldrüsenkrebs)

Brustwandrezidiven des Mammakarzinoms

 

Frage 2:

Bei welchen Krebserkrankungen ist RHT besonders erfolgreich?

Die 2010 in Lancet Oncology publizierten Daten unserer Arbeitsgruppe haben die Überlegenheit der regionalen Tiefenhyperthermie in Kombination mit Chemotherapie im Vergleich zur Chemotherapie alleine bei Patienten mit Weichteilsarkomen gezeigt.

Eine Kombination von regionaler Tiefenhyperthermie mit Strahlentherapie wurde in mehreren klinischen Studien der Arbeitsgruppe von Dr. Jones (Duke University/Durham) und Dr. Rietbroek (Amsterdam) in der Behandlung von Mammakarzinomen und Melanomen mit Erfolg eingesetzt.

In der retrospektiven Analyse von Patientendaten zur Therapie des fortgeschrittenen Pankreaskarzinoms haben wir eine sehr gute Verträglichkeit der Kombinationsbehandlung aus Chemotherapie + RHT mit klinischem Ansprechen gesehen. Wir bieten daher aktuell eine Phase-II-Studie zum gemcitabinvortherapierten fortgeschrittenen Pankreaskarzinom an.

Unsere neue klinische Phase-III-Studie (HEAT) soll die Wirksamkeit der Chemotherapie Gemcitabin und Cisplatin in Kombination mit Hyperthermie bei der Behandlung von voroperierten Pankreaskarzinom  zeigen.

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Frage 3:

Wie oft wird durchschnittlich eine RHT bei einem Patienten angewendet? Reicht eine einmalige Behandlung?

Die Anzahl der nötigen RHT-Behandlungen pro Patient hängt vom Studienprotokoll und der zugrundeliegenden Erkrankung ab. So werden bei Weichteilsarkomen und Pankreaskarzinomen zwei RHT-Behandlungen pro Zyklus appliziert, insgesamt also16 RHT-Behandlungen pro Patient. Bei Brustwandrezidiven des Mammakarzinoms werden insgesamt 12 RHT-Behandlungen pro Patient appliziert.

 

Frage 4:

Wie lange dauert eine Behandlungseinheit mit RHT?

Die Verweildauer im Hyperthermiesystem beträgt 90 Minuten pro Behandlungseinheit. Dies beinhaltet eine 30-minütige Aufwärmphase, in der die angelegte Leistung sukzessive erhöht wird und eine 60-minütige Therapiedauer.

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Frage 5:

Was genau wird bei RHT gemacht?

Wasserhaltiges Gewebe wird durch die Einkopplung von elektromagnetischen Wellen erwärmt. Die verwendete Frequenz (typisch: 70-220 MHz) bestimmt die Eindringtiefe und die Größe der erwärmten Region. Die verwendeten Hyperthermiesysteme (sogenannte Applikatoren) bestehen aus einem oder drei Ringen von jeweils vier steuerbaren Antennen, und werden mittig um das Tumorareal platziert. Durch Steuerung der technischen Antennenparameter (Frequenz, Phase) können Fokus und Eindringtiefe festgelegt werden.

 

Frage 6:

Wie lange muss der Patient stationär behandelt werden?

Je nach Therapieprotokoll und zugrundeliegender Erkrankung muss der Patient pro Therapiezyklus bis zu 5 Tage in der Klinik verbringen.

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Frage 7:

Wie lange dauert die begleitende chemotherapeutische Behandlung?

Dies ist je nach Therapieprotokoll und zugrundeliegender Erkrankung unterschiedlich. In der Regel handelt es sich um  3- bis 5-tägige Chemotherapie.

 

Frage 8:

Übernimmt meine Krankenkasse die Hyperthermiebehandlungskosten?

Die Behandlungskosten werden von den Krankenkassen nicht generell übernommen, sondern nur für Behandlungen bestimmter Tumorerkrankungen an Kliniken, die die Kontaktformular Qualitätsrichtlinien der externer Link ESHO (European Society for Hyperthermic Oncology) erfüllen und die mit den gesetzlichen Krankenkassen entsprechende Verträge vereinbart haben.

Dies beinhaltet folgende Tumorerkrankungen:

Weichteilsarkom (bösartige Tumoren der Weichgewebe)

Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)   

Rektumkarzinom (Enddarmkrebs)

 

Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Hyperthermie (ARGE-Hyperthermie) werden die Hyperthermiebehandlungskosten in Bayern an folgenden Kliniken von den Krankenkassen übernommen:

1. externer Link Klinikum Großhadern

2. externer Link Schlossbergklinik Oberstaufen

3. externer Link Onkologische Fachklinik Bad Trissl in Oberaudorf