Qualitätssicherung nach ESHO-Qualitätsrichtlinien

Die European Society for Clinical Oncology (ESHO) und die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Hyperthermie (IAH) als Organ der Deutschen Krebsgesellschaft haben die Qualitätsrichtlinien für den Einsatz der Regionalen Hyperthermie definiert. Maßgeblich für die Qualitätsrichtlinien ist, dass die verwendeten Systeme in der Lage sind, auch tiefliegende Tumoren zu erwärmen. Wir empfehlen daher dringend, sich nach der Einhaltung der ESHO-Qualitätsrichtlinien vor Beginn einer Hyperthermiebehandlung zu erkundigen.

 

Kontakt Qualitätsrichtlinien für die Durchführung einer Hyperthermiebehandlung:

1. Kombinationstherapie: die Hyperthermiewirkung ist nur in Kombination mit Radiotherapie oder Chemotherapie nachgewiesen.

2. Festlegung des Zielgebietes anhand CT- oder MRT-Bildgebung, um eine Fokussierung des elektromagnetischen Feldes auf dem Tumor vornehmen zu können.

3. Mechanische Patientenlagerung: Es muß eine genaue Angabe im Rahmen der Therapieeinstellung über die Positionierung des Patienten im Applikator bzw. eine genaue Angabe über die Positionierung des Applikators auf dem Patientenkörper gemacht werden.

4. Behandlungsplanung zur Optimierung des Bestrahlungsfeldes anhand von Phantommessungen.

5. Aufgrund der unterschiedlichen physikalischen Materialeigenschaften des den Tumor umgebenden Gewebes (Knochen, Fett, Muskelgewebe) und der Blutversorgung, ist die im Tumor erzielte Temperatur von den anatomischen Gegebenheiten der Tumorlage abhängig. Außerdem kann unerwünschte Erwärmung an den Grenzflächen zum Tumor (Hot spots) entstehen. Deshalb ist eine Behandlungsplanung vor der Therapiedurchführung bei ungünstiger Tumorlage empfehlenswert.

6. Durchführung der Temperaturmessung anhand von Temperaturmesssonden intratumoral, falls dies medizinisch bei eingeschränktem Risiko möglich ist oder paratumoral, in unmittelbarer Nähe des Zielgebietes. Bei der intratumoralen Temperaturmessung muss die Position der Tumorkatheter im Tumor anhand von bildgebenden Systemen überprüft werden.

7. Die Temperaturmessung muss mindestens minütlich stattfinden.

8. Dokumentation der durchgeführten Hyperthermiebehandlungen: Therapiebeginn, Therapieende, gemessene Patientenparameter wie Blutdruck, Herzfrequenz, Blutdruck, verabreichte Medikamente

9. Durchführung der Behandlung durch einen Ingenieur oder Physiker. Ebenso kann eine MTA unter Aufsicht eines Ingenieurs oder Physikers die Behandlung durchführen.