Thermische Dosis

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Trotz variabler Hitzeempfindlichkeit verschiedener Zelltypen ermöglichen die kumulativen Äquivalenzminuten bei 43°C „cem43°C“ eine thermische Dosisberechnung für überwärmtes Gewebe unter klinischen Bedingungen. Diese Dosisberechnung entspricht eher einer biologischen als einer rein physikalischen Dosis, entsprechend der Einheit Gray in der Strahlentherapie. Der Vorteil der kumulativen Äquivalenzminuten ist, dass mit dieser Angabe, insbesondere bei höheren Temperaturen, ein zytotoxischer Effekt ähnlich gut wie in der Radiotherapie vorhergesagt werden kann. Dabei gilt die Faustformel, dass 60–90 min bei 43°C zu einer Inaktivierung von 90% der Zellen führen.

Indextemperaturen

Die so genannte Indextemperatur TX beschreibt die Temperatur, die in mindestens x Prozent des Tumorvolumens erreichte wurde. Die häufig verwendete Indextemperatur ist dabei die T90, die eine der erreichten niedrigeren Temperaturen beschreibt. Die maximale Tumortemperatur ist meist nur in einem sehr kleinen Prozentsatz des Volumens vorhanden und hat, genau wie die T20, nur sehr wenig Einfluss auf die Wirksamkeit der Therapie. Allerdings kann sie, vor allem bei Verwendung invasiver Temperaturmessung, mit dem Grad der Nebenwirkungen korrelieren. Sowohl die T50 als auch die T90 werden oft bei der Auswertung von Studien mit herangezogen, da diese deutlich mit den klinischen Ergebnissen korrelieren.