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Behandlung der Aortenklappenstenose mit dem Katheter-gestützten Aortenklappenersatz

Wie funktioniert der kathetergestützte Aortenklappenersatz?

Die Methode des katheter-gestützten Aortenklappenersatzes ist ein neues minimal invasives Verfahren, welches es ermöglicht ohne Operation und ohne Eröffnung des Brustkorbes die Aortenklappenstenose zu behandeln. Hierbei wird ohne Vollnarkose in lokaler Betäubung über die Leistenarterie und dann die Hauptschlagader (Aorta) ein Katheter über die verengte Aortenklappe bis in die linke Herzkammer geschoben. An der Spitze des Katheters befindet sich die neue Klappe, die entweder auf einen Ballon montiert ist (z.B. Edwards-Sapien®) oder selbst-expandierend ist (z. B. CoreValve®). Die Vordehnung der alten, verkalkten Klappe mit einem Ballon bzw. die Implantation der Ballon-montierten Klappe erfolgt unter sogenanntem „Rapid-Pacing“. Das ist ein Vorgang, bei dem über einen zuvor im rechten Herz platzierten passageren Schrittmacher das Herz für 20-30 Sekunden mit einer Frequenz von 180 pro Minute schlägt, damit der Ballon gut platziert werden kann. Die Dichtigkeit der neuen Klappe wird mit der Gabe von Kontrastmittel kontrolliert und die Katheter können entfernt werden. Mit einem Nahtsystem wird der Zugang in der Leiste verschlossen und der Eingriff ist beendet.

Wie lange dauert der Eingriff?

Die Dauer des Eingriffs beträgt ungefähr eine Stunde, kann aber natürlich variieren. Bei schwierigeren anatomischen Verhältnissen dauert der Eingriff bis zu zwei Stunden und mehr.

 

Gibt es eine Langzeiterfahrung?

Zum ersten Mal wurde dieser Eingriff im Jahr 2002 vorgenommen. Seitdem konnten weltweit viele Tausend Patienten mit dem katheter-gestützten Aortenklappenersatz behandelt werden. Am Klinikum Großhadern wird diese Methode bereits seit 2007 sehr erfolgreich eingesetzt. Daher ist das Klinikum Großhadern eines der führenden Zentren mit der größten Erfahrung im gesamten deutschen Raum. In ersten größeren Studien konnte eine klare Überlegenheit dieses Eingriffs gegenüber der reinen medikamentösen Therapie gezeigt werden, außerdem ist der katheter-basierte dem offen chirurgischen Klappenersatz bei Patienten mit hohem operativen Risiko nicht unterlegen. Da der Eingriff schonend und effektiv ist, eignet er sich gut für Patienten mit einem hohen OP-Risiko.

 

Gibt es auch mögliche Komplikationen und Risiken?

In der großen Mehrzahl kann der Eingriff ohne wesentliche Komplikationen durchgeführt werden. Dennoch gibt es diese natürlich im Einzelfall. Die Komplikationen sind im Wesentlichen Leistenblutungen oder Schrittmacherpflichtigkeit. Weitere Risiken hängen allerdings von Ihren Vor- bzw. Begleiterkrankungen ab. Gerne gehen wir in einem persönlichen Aufklärungsgespräch auf Ihre individuelle Situation und Ihre Fragen ein.

 

Wie lange dauert es, bis es mir besser geht?

Viele Patienten bemerken direkt nach der Klappenimplantation oder bei den ersten körperlichen Belastungen bereits eine deutliche Verbesserung ihres klinischen Zustandes. Allerdings kann dies bei verschiedenen Patienten deutlich variieren.

 

Für welche Patienten kommt der kathetergestützte Aortenklappenersatz infrage?

Die Frage, welches Verfahren zur Behandlung der Aortenklappenstenose empfohlen wird, wird in einer interdisziplinären Konferenz mit Kardiologen und Herzchirurgen für jeden Patienten individuell diskutiert. In unserer Klinik besteht eine Tradition der kontinuierlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Kardiologie und Herzchirurgie. Dadurch ist sichergestellt, dass in die Entscheidung für das optimale Therapieverfahren bei jedem Patienten unsere gesamte herzchirurgische und kardiologische Erfahrung eingeht. Diejenigen Patienten, welche z.B. aufgrund eines erhöhten OP-Risikos nicht für ein operatives Verfahren geeignet erscheinen, können durch den katheter-gestützten Aortenklappenersatz effektiv behandelt werden 

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Nach der Implantation einer Aortenklappe muss das Blut mit Aspirin und für kurze Zeit mit Clopidogrel verdünnt werden, um die Ausbildung von Blutgerinnseln zu vermeiden. Die Gabe von Marcumar ist jedoch nicht notwendig. In Abhängigkeit von anderen Grunderkrankungen werden die Art und die Dauer der Blutverdünnung jedoch individuell entschieden.

Um den Erfolg der Behandlung zu überprüfen und insbesondere um Komplikationen auszuschließen, sind regelmäßige Nachuntersuchungen wichtig und erforderlich. Das Klinikum Großhadern bietet daher ein spezielles Nachbeobachtungsprogramm für Patienten nach katheter-gestütztem Aortenklappenersatz an, um die korrekte Funktion des Herzens und der neuen Aortenklappe auch im Verlauf zu kontrollieren.

 
 

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