Aktuelles

Franz-Maximilian-Groedel-Forschungspreis für Dr. med. Tobias Petzold

Auf der 83. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. vom 19. Bis 22. April 2017 in Mannheim wurde Dr. med. Tobias Petzold der Franz-Maximilian-Groedel-Forschungspreis für seine Arbeit über den Zusammenhang zwischen Gerinnungshemmern und Schlaganfall-Risiko verliehen.

Franz-Maximilian-Groedel-Forschungspreis für Dr. med. Tobias Petzold

v.l.n.r. Johann W. Wagner (m:con), Prof. Dr. Hugo A. Katus, Preisträger Dr. Tobias Petzold, Bastian Fiedler (m:con), Prof. Dr. Martin Borggrefe (Foto: DGK / Thomas Hauss)


Eine Studie mit Besuchern des Münchner Oktoberfests

Alkohol verursacht Herzrhythmusstörungen

Alkohol verursacht Herzrhythmusstörungen

An Besuchern des Münchner Oktoberfests konnten Forscher des Klinikums der Universität München und des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislaufforschung e.V. (DZHK) zeigen, dass mit höherem Alkoholspiegel das Risiko für Herzrhythmusstörungen ansteigt. Die Studie, die ganz aktuell in der Zeitschrift European Heart Journal veröffentlicht wurde, untersucht erstmals einen Zusammenhang zwischen akutem Alkoholkonsum und Herzrhythmusstörungen prospektiv, d.h. während bzw. unmittelbar nach dem Alkoholkonsum, an einer großen Anzahl von Probanden. [mehr...]


LMU-Mediziner entdecken Zusammenhang zwischen Gerinnungshemmern und Schlaganfall-Risiko

02.12.2016 - LMU-Mediziner zeigen, warum eine neue Klasse von Gerinnungshemmern in seltenen Fällen das Risiko für Herzinfarkte erhöhen kann. Herzrhythmusstörungen wie das Vorhofflimmern können zur Bildung von Blutgerinnseln im Herzen führen und dadurch Schlaganfälle auslösen. Deshalb erhalten betroffene Patienten zur Schlaganfall-Prävention Gerinnungshemmer.

Dr. Tobias Petzold

Die sogenannten Neuen Oralen Antikoagulantien (NOACs), zu denen die oralen Thrombin-Inhibitoren (OTI, zum Beispiel Dabigatran) gehören, stellen eine wertvolle Alternative zu herkömmlichen Blutverdünnern, den Vitamin-K Antagonisten (VKA, zum Beispiel Marcumar) dar. LMU-Mediziner haben nun untersucht, warum diese statistisch gesehen überraschenderweise zu einer geringfügig erhöhten Zahl von Herzinfarkten führen, wie frühere klinische Studien zeigten. Wie sie im Fachmagazin Science Translational Medicine berichten, ist dies insbesondere bei Patienten mit atherosklerotisch veränderten Gefäßen der Fall.

Herkömmliche Gerinnungshemmer (VKA) wirken indirekt, indem sie die Produktion von funktionierenden Gerinnungsfaktoren hemmen. Dagegen hemmen orale Thrombin-Inhibitoren direkt den zentralen Gerinnungsfaktor Thrombin und stellen deshalb eine ganz neue Wirkstoffklasse dar. Blutuntersuchungen zeigten nun, dass es bei einer Behandlung mit oralen Thrombin-Inhibitoren unter Flussbedingungen zu einer verstärken Thrombozytenaggregation und Blutgerinnselbildung an Gefäßverletzungen kommt. "Diese Mechanismen spielen insbesondere während der frühen Phasen eines Herzinfarktes an sogenannten rupturierten, atherosklerotischen Plaques eine wichtige Rolle", sagt Dr. Tobias Petzold, Erstautor der Studie.

Wie die Wissenschaftler zeigen konnten, verändert sich unter der Einnahme des Medikamentes die Interaktion von Thrombin mit einem Rezeptor, der die Bindung der Thrombozyten an weitere wichtige Faktoren der Blutgerinnung vermittelt. Dadurch werden die Thrombozyten aktiviert. Durch die zusätzliche Gabe von Aspirin können diese Effekte verhindert werden. "Die klinischen Vorteile einer Behandlung mit einem oralen Thrombin-Inhibitor gegenüber einem VKA wurden in verschiedenen Studien eindeutig belegt", sagt Petzold. "Aus unseren Ergebnissen schließen wir aber, dass bestimmte Patienten von einer personalisierten Gerinnungshemmer-Therapie profitieren können und dass vor Beginn einer Therapie mit oralen Thrombin-Inhibitoren das individuelle Risiko des Patienten für das Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung sowie das Risiko für einen Herzinfarkt eingeschätzt werden sollten."

Zur Publikation in Science Translational Medicine 2016

Ansprechpartner

Dr. med. Tobias Petzold

Medizinische Klinik und Poliklinik I

Klinikum der Universität München (LMU)

Campus Großhadern

E-Mail-Icon tobias.petzold@med.uni-muenchen.de


Neuer Ansatz für die Prävention der venösen Thrombose identifiziert

Cover Image Blood vol 128 Issue 20

Die venöse Thrombose ist eine der häufigsten kardiovaskulären Erkrankungen und kann durch die Verschleppung von Blutgerinnseln in den Lungenkreislauf zu einer Lungenembolie mit tödlichen Folgen führen. Traditionell erfolgen Prävention und Therapie dieser Erkrankung durch Blutverdünnung mit Heparinen oder oralen Antikoagulanzien. Bei der näheren Untersuchung der Pathophysiologie der venösen Thrombose zeigte sich jedoch, dass erst eine lokale Entzündungsreaktion die Aktivierung der Blutgerinnung auslöst. In der nun in der Zeitschrift Blood publizierten Arbeit konnte das Team um Dr. Konstantin Stark in Kooperation mit Wissenschaftlern der San Raffaele Universität in Mailand einen neuen Ansatz für die Prävention der venösen Thrombose identifizieren.

Dabei zeigte sich, dass ein entzündungsförderndes Molekül (HMGB1) aus aktivierten Thrombozyten freigesetzt wird und die Entzündungsreaktion bei venöser Thrombose koordiniert. Durch die Rekrutierung und Aktivierung von Zellen des angeborenen Immunsystems – insbesondere neutrophilen Granulozyten und Monozyten – wird die Blutgerinnung aktiviert, was letztlich den Verschluss der Vene zur Folge hat. Wird die Wirkung von HMGB1 inhibiert, kann dadurch die Entzündungsreaktion und damit auch die Bildung der venösen Thrombose verhindert werden. Damit wurde ein neuartiger Ansatz für die Prävention der venösen Thrombose aufgezeigt, der nicht mit einer Beeinträchtigung der Blutgerinnung und dem damit verbundenen erhöhten Blutungsrisiko einhergeht. Ein Bild aus dieser Publikation, das ein elektronenmikroskopisches Bild des entstehenden Blutgerinnsels in der Vene zeigt, wurde als Titelbild der Zeitschrift Blood ausgewählt (s.o.).

Zur Publikation: http://www.bloodjournal.org/content/early/2016/08/29/blood-2016-04-710632?sso-checked=true

Ansprechpartner

Dr. med. Konstantin Stark

Medizinische Klinik und Poliklinik I

Klinikum der Universität München (LMU)

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E-Mail-Icon konstantin.stark@med.uni-muenchen.de

 

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