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13.08.2016 -

Eine schnellere und stärkere Plättchenhemmung während des Kathetereingriffs soll bei stabilen Koronarpatienten für bessere Ergebnisse sorgen

SASSICAIA-Logo

Bevor Patienten die aufgrund einer Koronaren Herzerkrankung mit einem sogenannten Stent behandelt werden, müssen sie bereits vor dem Eingriff Medikamente zur Hemmung der Blutplättchen einnehmen. Damit versuchen wir einem erneuten Gefäßverschluss vorzubeugen. Eine stärkere und schneller wirkende Blutplättchenhemmung könnte das Risiko für den Patienten deutlich verringern. Ob diese Therapie unseren Patienten wirklich einen Vorteil bietet, wird aktuell in der SASSICAIA-Studie am Klinikum der Universität München untersucht.

Die Erkrankung der Herzkranzgefäße (KHK) ist ein weitverbreitetes Krankheitsbild und gleichzeitig die häufigste Todesursache in den Industrienationen. Eine Verengung der Herzkranzgefäße bemerken viele  Patienten erstmals aufgrund eines belastungsabhängigen Druckgefühls/Schmerzes im Brustbereich. Die Diagnose einer KHK und auch die Therapie können zeitgleich im Herzkatheter gestellt und durchgeführt werden.

Pro Jahr werden deshalb über 300.000 Eingriffe an den Herzkranzgefäßen in Deutschland durchgeführt. Die Hälfte dieser Herzkatheter-Eingriffe erfolgt bei stabilen Patienten ohne Anzeichen eines Herzinfarktes. Das stark verengte Gefäß wird zunächst aufgeweitet und mit einem Stent stabilisiert sodass die Durchblutung des Herzmuskels verbessert wird.  

Damit es während dem Eingriff und unmittelbar danach nicht zur Bildung eines Blutgerinnsels im Bereich des behandelten Gefäßabschnittes bzw. zur Verschleppung des Plaquematerials in kleinere Gefäße kommt, ist eine ausreichende Hemmung der Blutplättchen erforderlich. Stabile Patienten weisen diesbezüglich unmittelbar nach dem Eingriff ein ausgeprägtes Risiko auf, daher ist es wichtig, besonders in dieser Phase eine ausreichende Hemmung der Blutplättchen zu gewährleisten.

Forscher um Frau Prof. Julinda Mehilli untersuchen zurzeit im Rahmen der „SASSICAIA“-Studie am Klinikum der Universität München die Wirkung von stärkeren Plättchen-hemmenden Medikamenten als Einmaldosis vor Stent-Implantation bei Patienten mit stabiler Koronarer Herzerkrankung im Vergleich zur bislang gängigen Therapie. Aufgrund der schnelleren und stärkeren Wirkung in Bezug auf die Blutplättchen-Hemmung erwartet das Forscher-Team eine signifikante Verringerung der unmittelbaren Komplikationsraten und somit eine Verkürzung des Krankenhausaufenthalts für die Patienten.

Patienten/-innen im Studienarm erhalten unmittelbar vor der Stentimplantation einmalig 60 mg Prasugrel (Efient), Probanden/-innen im Kontrollarm die bisher übliche Standarttherapie von 600 mg Clopidogrel (Plavix).
Nach Implantation des Stents erhalten alle Patienten/-innen die Leitlinien-gerechte Therapie mittels Aspirin und Clopidogrel für 6 bis 12 Monate, gefolgt von einer dauerhaften Aspirin-Therapie.

Die „SASSICAIA“-Studie soll nun zeigen, ob eine einmalige intensivere Hemmung der Blutplättchen unmittelbar vor dem Eingriff das Risiko einer erneuten Durchblutungsstörung am Herzmuskel verringert und die Überlebenschancen im Langzeitverlauf verbessert.

Neben dem Klinikum der Universität München werden auch andere Kliniken sowohl national als auch international Patienten in die Studie einschließen.


Originalstudientitel:
* Intensified Loading with Prasugrel versus Standard Loading with Clopidogrel in PCI-treated Patients with Biomarker-Negative Angina pectoris, “SASSICAIA”.

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Julinda Mehilli

E-Mail-Icon julinda.mehilli@med.uni-muenchen.de

Dr. med. Moritz Baquet

E-Mail-Icon moritz.baquet@med.uni-muenchen.de
 
 

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