Impfschutz

Warum Impfen?

Impfungen schützen wirksam vor übertragbaren Infektionskrankheiten.

Impfungen verhindern:

  • die eigene Erkrankung. Auch Erwachsene können an Kinderkrankheiten erkranken, oftmals sind die Verläufe schwerer
  • Folgekrankheiten wie Gehirnhautentzündung, Unfruchtbarkeit, Taubheit
  • schwere gesundheitliche Schäden des ungeborenen Kindes durch Infektionserkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft

Impf-Nebenwirkungen

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen überwiegt der Nutzen einer Impfung in der Regel die Gefahr von unerwünschten Nebenwirkungen. Eine ausführliche individuelle und impfstoffbezogene Aufklärung muss durch den Impfarzt vor jeder Impfung erfolgen.

Beispiele von Nebenwirkungen:

  • lokale Rötung und Schmerzen an der Einstichstelle in Abhängigkeit vom Impfstoff und der individuellen Konstitution.
  • Gelegentlich leichte grippale Symptome oder etwas Fieber für wenige Tage möglich.
  • Nach Masernimpfung gelegentlich masernähnlicher Hautausschlag am Körper, nicht ansteckend.
  • Nach Windpockenimpfung sehr selten „Impf-Windpocken“ an der Haut, diese sind ansteckend!
  • Selten sind allergische Reaktionen auf einzelne Impfstoffbestandteile (z. B. Hühnereiweiß, Konservierungsstoffe).

Impfempfehlungen für alle Erwachsenen

Infektionserkrankung

Impfschema

Mumps, Masern, Röteln
(nach 1970 Geborene)

Wenn nicht 2x in Kindheit dokumentiert, dann 1x im Erwachsenenalter (bei Frauen im gebärfähigen Alter 2x), danach lebenslange Immunität

Windpocken
(bei Frauen mit Kinderwunsch)

Wenn nicht sicher durchgemacht und Blutuntersuchung negativ: 2x, danach lebenslange Immunität

Keuchhusten

Wenn Grundimmunisierung in Kindheit erfolgt ist, zusätzlich 1x im Erwachsenenalter

Ansonsten 2x im Erwachsenenalter im Abstand von 10 Jahren

Polio

Wenn Grundimmunisierung in Kindheit erfolgt ist, zusätzlich 1x im Jugendalter oder später

Ansonsten Grundimmunisierung im Erwachsenenalter nachholen und 1x im Abstand von 10 Jahren

Diphtherie, Tetanus

Grundimmunisierung, wenn nicht in Kindheit erfolgt, im Erwachsenenalter nachholen, danach alle 10 Jahre

In Deutschland besteht keine Impfpflicht. Öffentlich empfohlene Impfungen basieren auf Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Institutes in Berlin.

Impfschutz und berufliche Tätigkeit als Lehrer/-in

Durch den regelmäßigen und engen räumlichen Kontakt in den Klassenräumen kann das Infektionsrisiko für luftübertragbare Infektionserkrankungen bei Lehrkräften höher sein als das allgemeine Risiko. Impfpräventabel sind Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Keuchhusten, Diphtherie, Influenza.

Zusätzliche Impfempfehlung für alle Lehrkräfte:
Influenza jedes Jahr, Keuchhusten alle 10 Jahre zusammen mit Diphtherie und Tetanus

 

Bei direktem pflegerischen Umgang mit Schülerinnen und Schülern, wie z. B. Körperpflege, Wickeln, Begleitung zum Toilettengang kann es zu einer erhöhten Infektionsgefährdung für fäkal-oral übertragbare Erkrankungen, zu sogenannten Schmierinfektionen kommen. Impfpräventabel sind Hepatitis A und Polio.

Zusätzliche Impfempfehlung für Lehrkräfte mit pflegerischen Tätigkeiten:
Hepatitis A, 2 Impfungen im Abstand von 6 Monaten

 

Bei unkontrolliert agierenden oder aggressiven Schülerinnen und Schülern, insbesondere durch Bisse, oder in Berufsschulen bei gemeinsamen Arbeiten an verletzungsträchtigen Maschinen kann sich eine erhöhte Gefährdung für blutübertragbare Erkrankungen ergeben. Daher ist ein Impfschutz bezüglich Hepatitis B anzuraten.

Zusätzliche Impfempfehlung für Lehrkräfte mit erhöhtem Risiko für blutübertragbare Erkrankungen:
3 Impfungen Hepatitis B, Zeitpunkte 0, 1 Monat später, 6 Monate später. 4-6 Wochen nach der 3. Impfung Blutabnahme zur Überprüfung des Impferfolgs.

 

Darüber hinaus sollten natürlich die allgemeinen Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Lüften der Klassenräume, hygienisches Husten in die Ellenbeuge, regelmäßige Händereinigung sowie ggf. Tragen von Schutzhandschuhen und Händedesinfektion beachtet werden.

Impfschutz und Schwangerschaft

Wichtig ist, alle Impflücken VOR der Schwangerschaft zu schließen!

Generell wird von einer Impfung im ersten Drittel der Schwangerschaft abgeraten, da hier die Organentwicklung des Fötus stattfindet.

Impfungen mit Lebendimpfstoffen, also mit abgeschwächten Erregern, wie Masern-, Mumps- und Rötelnviren und Varizellen sind während der gesamten Schwangerschaft kontraindiziert.

Impfungen mit Totimpfstoffen sind bei besonderer Exposition im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel erlaubt. Eine Impfung gegen Influenza, falls nicht vor Schwangerschaft erfolgt, ist sogar ausdrücklich ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfohlen.