Startseite » Aktuelles » Papers » Cystatin C als prädiktiver Marker bei Patienten mit Leberzirrhose

Cystatin C als prädiktiver Marker bei Patienten mit Leberzirrhose

06.10.2017 -

Cystatin C als prädiktiver Marker bei Patienten mit Leberzirrhose Das Auftreten eines akut-auf-chronischen Leberversagens (ACLF) bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose ist mit einer deutlich erhöhten Mortalität verbunden (Ergebnisse der CANONIC-Studie von 20131). Bisher gibt es jedoch keine verlässlichen Prädiktoren, die bei zirrhotischen Patienten die Entwicklung eines ACLF vorhersagen könnten. Dr. Daniel Markwardt, Dr. Andreas Benesic, PD Dr. Christian Steib und Prof. Dr. Alexander L. Gerbes haben in ihrer aktuellen Studie an über 400 Patienten aus dem Studienkollektiv der CANONIC-Studie mögliche Prädiktoren eines ACLF untersucht. Dabei lag der Fokus auf Markern der Nierenfunktion, da ein Nierenversagen die häufigste Komplikation im Rahmen eines ACLF darstellt. In dem im Oktober 2017 im Fachjournal „Hepatology“ erschienenen Artikel „Plasma Cystatin C is a predictor of renal dysfunction, ACLF and mortality in patients with acutely decompensated liver cirrhosis” konnte gezeigt werden, dass der basale Cystatin C Wert ein signifikanter Prädiktor eines später auftretenden ACLF sowie eines hepato-renalen Syndroms, als auch der 28-Tage-Mortalität ist. Dabei konnten klare Vorteile gegenüber der Bestimmung von Kreatinin, als derzeitigem Standard-Marker der Nierenfunktion, nachgewiesen werden. Die Bestimmung von Cystatin C könnte also zukünftig dazu beitragen, eine verbesserte Risikoeinschätzung bei Patienten mit Leberzirrhose zu erreichen und damit die Möglichkeit zu eröffnen, frühzeitiger wichtige diagnostische und therapeutische Schritte einzuleiten.
Link zum Artikel: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/hep.29290/abstract;jsessionid=49992C3764A8DC52D92FEE9492945D88.f02t02

Kontakt: Dr. Daniel Markwardt (Daniel.Markwardt@med.uni-muenchen.de)

1 Moreau et al., Gastroenterology. 2013 Jun;144(7):1426-37