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Eisenmangeldiagnostik

Eisenmangel

Eisenmangel betrifft weltweit mehr als 2 Milliarden Menschen, mehr als jedes andere Gesundheitsproblem. In roten Blutkörperchen ist das Molekül Zink-Protoporphyrin ein natürlicher Marker für Eisenmangel und kann mittels Fluoreszenzmessungen bestimmt werden.

Zink-Protoporphyrin

Zink-Protoporphyrin entsteht im Rahmen der Häm-Synthese. Dabei wird im letzten Schritt Eisen in das Molekül Protoporphyrin IX eingebaut. Wenn nicht genügend Eisen zur Verfügung steht, also im Falle eines Eisenmangels, wird stattdessen zweiwertiges Zink eingebaut. Dies führt zur verstärkten Bildung des Moleküls Zink-Protoporphyrin in roten Blutkörperchen, wo es während deren Lebensdauer verbleibt und als Eisenmangelmarker dient. Insbesondere steigt das Zink-Protoporphyrin bei einem entstehenden Eisenmangel an, bevor der Hämoglobinwert erkennbar abfällt, so dass Zink-Protoporphyrin als Eisenmangelparameter geeigneter ist als der Hämoglobinwert.

Nicht-invasive Messung

Am Laser-Forschungslabor wird ein Gerät entwickelt, das Zink-Protoporphyrin fluoreszenzspektroskopisch an der Unterlippe misst, ohne dass eine Blutentnahme erforderlich ist. Die größte Hürde für die Messung ist die Gewebeeigenfluoreszenz, die um Größenordnungen stärker ist als die Fluoreszenz der Zink-Protoporphyrin-Moleküle in den roten Blutkörperchen. Darüberhinaus müssen die Stellen der Unterlippe identifiziert werden, die für eine quantitative Messung geeignet sind. Diese Schwierigkeiten wurden mittlerweile überwunden, sodass nun eine Methode zur Verfügung steht, die in weniger als einer Minute nicht-invasiv den Eisenstatus bestimmen kann. Details dazu finden sich in folgender Veröffentlichung bei Nature Communications.