Meningeome und Akustikusneurinome

Meningeome sind zumeist gutartige Hirntumoren, ausgehend von den Zellen der Hirnhäute. Charakteristisch ist ihr langsames und verdrängendes Wachstumsverhalten.

Die Therapie der Meningeome besteht primär in der chirurgischen Entfernung. Verbleibt bei der Operation ein mikroskopischer oder makroskopischer Resttumor sollte eine Nachbestrahlung der Tumorregion erfolgen, um die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes Tumorwachstum zu reduzieren. Darüber hinaus spielt die histologische Differenzierung des Meningeoms (niedriggradig/WHO Grad I vs. höhergradig/WHO Grad II und III) eine Rolle: Vor allem für höhergradige Meningeome ist die lokale Bestrahlung jedoch unabhängig vom Ausmaß der Resektion indiziert. Weiterhin sollte bei wiederholten Rezidiven, bei älteren Patienten und/oder Meningeomen mit Lokalisation an der Schädelbasis, für die eine radikale Operation ein zu hohes Risiko darstellen würde, eine Radiotherapie erfolgen. In diesen Fällen bietet die Strahlentherapie eine ebenso wirksame, nicht-invasive Therapiealternative zur Operation.

Zur besseren Abgrenzbarkeit des (Rest-)Tumors wird in unserer Klinik zur Bestrahlungsplanung eine multimodale Bildgebung (MRT und DOTATATE-PET, siehe Abb. 2) regulär eingesetzt. Darüber hinaus sind die modernsten Bestrahlungstechniken, wie die fraktionierte stereotaktische Strahlentherapie und die IMRT bestens etabliert. Vor allem bei komplex (d. h. nicht kugelig) geformten Meningeomen mit engem Lagebezug zu strahlenempfindlichen Organen wie z. B. dem Sehnerv empfiehlt sich die Aufteilung der Bestrahlung in mehrere Sitzungen (Fraktionierung), da sich so das gesunde Gewebe zwischen den Sitzungen besser erholen kann und damit weniger Nebenwirkungen auftreten. Bei kleineren, günstig lokalisierten Meningeomen ist aber auch eine hochpräzise Bestrahlung in nur einer Sitzung als sog. Einzeit-Stereotaxie (auch als „Radiochirurgie“ bezeichnet) sehr gut möglich.

Menigeome1
Abb. 1 Bestrahlungsplan eines linksseitigen Keilbeinflügel-Meningeoms

 

Akustikusneurinome sind gutartige Tumoren, die von den Schwann`schen Zellen (Nerven-umhüllende Zellen) des Hör- und Gleichgewichtsnerven (Nervus vestibulo-cochlearis/VIII. Hirnnerv) ausgehen. Sie werden daher auch als Vestibularis-Schwannome bezeichnet. Meist sind sie im inneren Gehörgang lokalisiert. Bei Symptomen (z. B. Hörminderung, Gleichgewichtsstörungen) stehen die Operation oder die Strahlentherapie als Behandlungsmodalitäten zur Verfügung. Die strahlentherapeutischen Therapiemöglichkeiten reichen wie bei den Meningeomen von einer stereotaktischen Einzeit-Bestrahlung/Radiochirurgie (insbesondere bei kleinen Akustikusneurinomen) bis hin zu einer mehrwöchigen fraktionierten stereotaktische Radiotherapie.

 

Über die Einzelheiten der Therapien werden Sie im persönlichen Gespräch individuell beraten.