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Weichteilsarkome

Ansprechpartner: OÄ Dr  J. Rauch und OÄ Dr. U. Ganswindt

Weichteilsarkome sind sehr seltene, bösartige Tumoren des Stütz- und Bindegewebes. Sie können in fast jeder Region des Körpers auftreten, werden jedoch klassisch an Beinen, Armen und an der Hinterseite des inneren Unterbauches (Retroperitoneum) beobachtet. Leitsymptom ist die schmerzlose Schwellung. Sarkome können zum Teil sehr langsam wachsen und unbemerkt eine erhebliche Größe annehmen. Zum Teil können sie aber auch sehr schnell entstehen und in kurzer Zeit (Wochen) eine merkliche Größe entwickeln. Jede deutliche knotige Schwellung an Armen und Beinen - insbesondere wenn sie in kurzer Zeit entstanden ist – weist den Verdacht auf ein Sarkom und sollte abgeklärt werden.

Sarkome zeichnen sich durch eine hohe Tendenz aus, an der primären Entstehungsstelle erneut aufzutreten. In Abhängigkeit vom Bösartigkeitsgrad (Grading G1-G3) können sich allerdings auch Fernmetastasen entwickeln. Bei der Behandlung von Sarkomen ist somit das Zusammenspiel von verschiedenen Fachdisziplinen von extremer Relevanz. Von der primären Vorgehensweise hängen, in zum Teil kritischer Weise, der Heilungsverlauf und die Heilungschancen ab. Patienten mit Verdacht auf eine solche Erkrankung sollten daher immer in spezialisierten Zentren (z.B. SARKUM) mit Erfahrung in allen Aspekten der Behandlung von Sarkomen vorgestellt werden.

Im Sarkomzentrum der Universität München erfolgt dies in zwei Konferenzen pro Woche. An diesen Konferenzen nehmen alle relevanten Fachvertreter teil. Die Vorgehensweisen werden somit immer gemeinsam abgestimmt. Die Strahlentherapie ist bei vielen Sarkomen ein Schlüsselbestandteil der Therapie. Dies basiert auf der Beobachtung, dass bei Kombination einer Strahlentherapie mit einer Operation die Ausdehnung der Operation reduziert erfolgen kann. Ein Funktionserhalt ist somit deutlich besser möglich.

Die Strahlentherapie erfolgt somit, um nicht sichtbare Tumorzellen abzutöten, die nach einer Operation zurückbleiben können. Wenn keine Operation möglich ist, kann auch eine Strahlentherapie allein durchgeführt werden – die Ergebnisse sind dann aber schlechter. Heutzutage sollte immer eine Strahlentherapie vor der Operation geprüft werden, da mit diesem Vorgehen die Dosis und das bestrahlte Volumen reduziert werden können.

Die Strahlentherapie bei Sarkomen kann von außen (perkutane Strahlentherapie), von innen (Afterloading mittels Kathetern) oder sogar während der Operation erfolgen. Im Sarkomzentrum der Universität München erfolgt die Strahlentherapie durch die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie. Alle relevanten Verfahren (IMRT, IGRT, katheterbasiertes Afterloading) sind etabliert und werden  regelhaft angewendet.