Magen-Darmtrakt-Tumore
Bösartige Tumoren der Speiseröhre
(Ösophaguskarzinom)
Zuständiger Oberarzt: Dr. F. Zehentmayr
Bösartige Tumoren der Speiseröhre entstehen entweder aus Drüsenzellen der Schleimhaut (Adenokarzinome) oder aus Oberflächenzellen (Plattenepithelkarzinome).
Ab einem bestimmten Tumorstadium (T3) erfolgt die Behandlung in der Regel interdisziplinär als Kombination aus Induktionschemotherapie, präoperativer Radiochemotherapie und Operation. Die der Operation vorgeschaltete Therapie (Induktionschemotherapie und präoperative Radiochemotherapie) dauert 11 – 12 Wochen. Durch dieses Verfahren wird ein höheres Maß an lokaler Kontrolle erreicht als mit der alleinigen Operation.
Die kombinierte Radiochemotherapie kann zu einer Reizung der Schleimhaut und damit zu Schluckstörungen führen, was aber durch unterstützende Maßnahmen während der Therapie im Regelfall gut zu beherrschen ist.
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Literatur:
Definitive Radiotherapie und Radiochemotherapie des Ösophaguskarzinoms
Definitive radiochemotherapy for cancer of the esophagus
F. Zehentmayr, M. Wolf, W. Budach und C. Belka
Der Onkologe, Volume 16, Number 5
Long-term outcome of mitomycin C- and 5-FU-based primary radiochemotherapy for esophageal cancer.
Wolf M, Zehentmayr F, Niyazi M, Ganswindt U, Haimerl W, Schmidt M, Hölzel D, Belka C.
Strahlenther Onkol. 2010 Jul;186(7):374-81.
Bösartige Tumoren des Enddarms
(Rektumkarzinom und Analkarzinom)
Zuständiger Oberarzt: Dr. F. Zehentmayr
Bösartige Tumoren des Enddarms gehen meist von den Drüsenzellen der Darmschleimhaut aus. Diese Tumoren werden als Adenokarzinome des Rektums bezeichnet. Eine andere Tumorart entsteht in der Schleimhaut des Analkanals und geht von den dortigen Oberflächenzellen (Plattenepithelkarzinom) aus. Dieser Tumor wird als Analkarzinom bezeichnet.
Bei der Behandlung beider Tumorarten spielt die Strahlentherapie eine große Rolle. Die Bedeutung soll im Folgenden kurz dargestellt werden:
Rektumkarzinome:
Ab einer gewissen Größe (z.B. T3) und einem gewissen Stadium (z.B. Lymphknotenbefall) ist die Operation allein nicht ausreichend, um den Tumor lokal perfekt zu heilen. In diesen Stadien wird eine zusätzliche Strahlenbehandlung durchgeführt.
Heutzutage erfolgt diese Strahlenbehandlung meist vor der Operation, da wissenschaftliche Studien gezeigt haben dass eine Strahlenbehandlung vor der Operation mit weniger Dosis zu besseren Ergebnissen führt. Häufig erfolgt die Strahlenbehandlung in Kombination mit einer Chemotherapie.
Dieses Vorgehen wird besonders dann angewandt, wenn bei einem knappen Abstand des Tumors zum Schließmuskel versucht werden soll durch die Verkleinerung des Tumors den Schließmuskel während der Operation zu bewahren. Eine vorgezogene Radiochemotherapie erlaubt somit einen häufigeren Erhalt der normalen Darmverschlussfunktion.
Diese Radiochemotherapie dauert rund sechs Wochen und ist ca. 5-6 Wochen vor der Operation abgeschlossen.
Als Nebenwirkungen stehen Schleimhautreizungen des Darms (Strahlenbehandlung und Chemotherapie) sowie auch an anderen Schleimhäuten (Chemotherapie) im Vordergrund. Diese Schleimhautreizungen führen zu Durchfällen, Brennen im Mund selten auch an Händen und Füßen.
Eine andere mögliche Vorgehensweise ist es, mit wenigen hohen Dosen sehr kurz vor der Operation zu bestrahlen. Diese Vorgehensweise führt jedoch nicht zu einer nennenswerten Verkleinerung des Tumors.
Welches Verfahren für Sie optimal ist, erläutert Ihnen der zuständige Strahlentherapeut.
Patienten mit Darmkrebserkrankungen werden am Klinikum der Universität München immer im Rahmen des sogenannten Darmzentrums behandelt. Damit wird sichergestellt, dass ein Patient immer von mehreren Experten betreut wird und die Therapie höchsten Standards entspricht.
Internetauftritt: http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Darmzentrum
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Literatur:
F. Zehentmayr, M. Wolf, C. Belka: Neoadjuvante Radiochemotherapie bei Rektumkarzinom (Münchner Medizinische Wochenschrift, in press)
Analkarzinome
Tumoren des Analkanals werden heutzutage im Regelfall mittels Radiochemotherapie behandelt, da ansonsten sehr häufig der Verlust der Schließmuskelfunktion droht. Die Behandlung dieser Tumoren ist somit ein klassisches Feld im Bereich der Radioonkologie.
Viele wissenschaftliche Studien belegen eindeutig, dass die Kombination einer Strahlenbehandlung mit einer Chemotherapie zu einem optimalen Funktionserhalt und optimalen Heilungsraten führen. Die Chemotherapie findet in zwei Blöcken statt (Anfang der Therapie und Ende der Strahlenserie) und kann mit einem kurzen Krankenhausaufenthalt verbunden sein.
Da Analkarzinome zu Absiedlungen in den Lymphknoten im Becken und in den Leisten führen können, ist es für den Strahlentherapeut zur Planung der Strahlenbehandlung wichtig festzustellen, ob diese Lymphknoten befallen sind. Im Klinikum der Universität München werden dazu modernste PET-CT Verfahren herangezogen. Sollten Lymphknoten befallen sein, so werden mittels IMRT Bestrahlungsverfahren genutzt, um eine perfekte Dosisverteilung zu erreichen.
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