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Klinik und Poliklinik für Radiologie
HIFU
Gebärmutter / Myomtherapie
Uterusmyome sind gutartige Wucherungen in der Gebärmuttermuskulatur. Zur radiologischen minimal-invasiven Therapie steht an unserer Klinik sowohl der fokussierte Ultraschall (MR-HIFU) sowie der Verschluss von Gebärmutterarterien (Embolisation) zur Verfügung.
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Für weitere Fragen zur Indikationsstellung sowie Koordination von radiologischen, minimalinvasiven Therapien steht Ihnen unsere Ambulanz  zur Verfügung.

Bitte kontaktieren Sie uns hierzu Montag bis Freitag von 8:00 bis 16:00:


Telefon: (089) 4400 - 72752
Email: constantin.marschner@med.uni-muenchen.de (Arzt in der Ambulanz für Mikrotherapie)

Was sind Uterusmyome?

Uterusmyome (Synonym: Leiomyome, Uterusfibrome, Myome) sind gutartige Wucherungen in der Gebärmuttermuskulatur. Sie werden bei ca. 25 – 70% aller geschlechtsreifen Frauen festgestellt und sind damit die häufigsten gutartigen Tumore des weiblichen Genitaltraktes. Sie entstehen aus der glatten Muskulatur der Gebärmutter und enthalten einen variablen Anteil an Bindegewebsfasern.

Warum manche Frauen Myome entwickeln und andere nicht, ist nicht vollständig geklärt. Ein multifaktorieller Ursachenkomplex aus einer hormonellen Dysregulation und einer Vererbungskomponente wird als wahrscheinlich diskutiert, insbesondere da das Wachstum der Myome in der Menopause stagniert oder z. T. sogar rückläufig ist. Myome können in verschiedenen Anteilen der Gebärmutter entstehen. Abhängig von ihrer Lokalisation bezeichnet man sie als submukös (unter der Schleimhaut der Gebärmutter), intramural (in der Gebärmutterwand) oder subserös (unter der Außenschicht (Serosa) der Gebärmutter). In seltenen Fällen wachsen die Myome auch an Stielen und werden dementsprechend als gestielte Myome bezeichnet.

Symptome und Beschwerden

Mindestens 25 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter haben Myome – viele davon, ohne es zu wissen, denn Myome in der Gebärmutter bereiten oft keine merklichen Beschwerden. Die Muskelgeschwulst wird oft zufällig bei einer gynäkologischen Untersuchung entdeckt.

Myome können so klein sein wie eine Erbse, aber auch deutlich größer als ein Tennisball werden. Ab einer bestimmten Größe oder aufgrund seiner Lage kann ein Myom Beschwerden verursachen.

Beschwerden durch Myome des Uterus können vereinfacht in vier Kategorien eingeteilt werden: Blutungsbeschwerden, Druckbeschwerden mit / ohne Unterbauchschmerzen, ungewollte Kinderlosigkeit (Infertilität) und Fehlgeburten. Blutungsbeschwerden bis hin zur Blutarmut (Anämie) sind die häufigste Indikation für eine Behandlung. Durch die z. T. beträchtliche raumfordernde Wirkung der Myomknoten und die dadurch entstehende Kompression benachbarter Organstrukturen werden unterschiedliche Symptome verursacht. Häufig berichten die Patientinnen über Verstopfung (Obstipation), vermehrten Harndrang, ischialgiforme Schmerzen bis hin zu Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Submuköse und gestielte Myome vergrößern vor allem die Oberfläche der Schleimhautauskleidung der Gebärmutter, wodurch die Blutungen verstärkt werden können. Bei intramuralen oder subserösen Myomen überwiegen Symptome infolge der Druckwirkung auf angrenzende Organe. Weiterhin scheinen Myome die Kontraktibilität der Gebärmutter einzuschränken, so dass es zu einer erschwerten Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter kommen kann.

Diagnostik

Bestehen Beschwerden, die auf ein Myom hindeuten, sollte eine gynäkologische Untersuchung erfolgen. Während der gynäkologischen Untersuchung ertastet der Frauenarzt die Größe, Form und Oberfläche der Gebärmutter. Bei einer Vergrößerung der Gebärmutter kann der Verdacht auf ein oder mehrere Myome geäußert werden. Als nächster Schritt folgt im Regelfall eine sonographische Untersuchung (Ultraschall) zur Bestätigung oder Korrektur der Verdachtsdiagnose. Die Sonographie kann perkutan oder endovaginal durchgeführt werden. Als Folgeuntersuchung sollte eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Beckens durchgeführt werden. Bei der Beurteilung der Zahl, Lage und Größe, Morphologie sowie Textur der Myomknoten, Größe der Gebärmutter und Beurteilung der Adnexe (Eileiter, Eierstöcke) ist die Magnetresonanztomographie allen anderen bildgebenden Verfahren überlegen und setzt die Patientin (genau wie der Ultraschall) keiner ionisierenden Strahlung (Röntgenstrahlung) aus. Im Einzelfall sind weitere ergänzende, invasive Untersuchungen sinnvoll, beispielsweise eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) oder eine Bauchspiegelung (Laparoskopie).

Radiologisch-interventionelle Therapie

Was ist für die Indikationsstellung erforderlich?
 
Es sollte ein Bericht der Frauenärztin / des Frauenarztes mit der Angabe der Anzahl, Lage und Größe der Uterusmyome, Beschwerden, relevanten gynäkologischen Vorerkrankungen und bisher durchgeführten Therapien vorliegen. Zudem ist eine aktuelle Magnetresonanztomographie (MRT) des Beckens mit Abbildung aller relevanten Organstrukturen für die Planung sowohl einer Uterusmyomembolisation als auch einer fokussierten Ultraschallbehandlung erforderlich.
 
Fokussierter Ultraschall (MR-HIFU):

Die Myombehandlung mit Hilfe des hochintensiven fokussierten Ultraschalls unter MRT-Kontrolle (MR-HIFU, auch „magnetic Resonance imaging-guided High Intensity Focused Ultrasound“, MRgFUS) ist das derzeit modernste Verfahren zur Myomtherapie. Im Gegensatz zur Operation ist die MR-HIFU nicht invasiv und kann in der Regel ambulant erfolgen. Ein Hautschnitt ist nicht erforderlich, es verbleiben keine OP-Narben. MR-HIFU kombiniert zwei sogenannte „nicht-invasive“ Verfahren - die Magnetresonanztomographie (MRT) und eine spezielle Anwendung des Ultraschalls, der im Gegensatz zur Ultraschalluntersuchung (Sonographie) nicht diagnostisch sondern therapeutisch verwendet wird. Während der Behandlung liegt die Patientin in einem MRT-Gerät, welches mit Hilfe von Magnetfeldern dreidimensionale temperatursensitive Aufnahmen des Myoms erzeugt. Diese Aufnahmen werden als Planungsgrundlage für eine zielgerichtete Behandlung der Myome durch Ultraschall verwendet. Ein spezielles Ultraschallgerät (Transcducer) erzeugt hochenergetischen Ultraschall, der innerhalb des anhand der MRT-Aufnahmen festgelegten Zielgewebes gebündelt  wird. Es kommt dadurch zu einer lokalen Gewebserwärmung  auf ca. 60 bis 80 Grad. Die Myomzellen werden durch die Temperatureinwirkung zerstört und anschließend über das körpereigene Immunsystem auf natürlichem Wege innerhalb der folgenden Wochen und Monate abtransportiert. Bereits nach einer Ruhephase von zwei Stunden kann die Patientin in den meisten Fällen die Klinik wieder verlassen und bereits nach ein bis zwei Tagen ihren normalen Alltag wiederaufnehmen.
 
Um den gebündelten Ultraschall (den Fokus) exakt im Myomgewebe platzieren zu können und die Gewebserwärmung zu kontrollieren, wird während der Behandlung eine Bildgebung durchgeführt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass auch umliegendes Gewebe nicht geschädigt wird. Die Behandlung eines Myoms mit MR-HIFU dauert – abhängig von der Größe der zu behandelnden Geschwulst – etwa zwei bis drei Stunden, bei sehr großen Myomen können eventuell längere Behandlungszeiten notwendig sein. Die MR-HIFU-Therapie wird meist unter Gabe leichter Schmerzmittel durchgeführt. Zusätzlich erhält die Patientin ein leichtes Beruhigungsmittel zur Entspannung, ist aber während der Dauer der Anwendung bei Bewusstsein.


HIFU
 
Myomembolisation:
 
Bei der Uterusmyomembolisation werden die das Myom versorgenden Gefäße verschlossen. Dies geschieht im Regelfall durch das Einschwemmen kleiner Kügelchen (Partikel), die die Myomgefäße verstopfen und so eine ausreichende Blutzufuhr zum Myom unterbinden. Dies bewirkt eine Schrumpfung des Myoms. Der Erfolg im Sinne einer Reduktion der Beschwerdesymptomatik tritt meist nach einigen Wochen ein. Da die Gebärmutter nicht wie bei der Hysterektomie vollständig entfernt wird, kann es in nicht therapierten Anteilen der Gebärmutter zu einem Neuauftreten von Uterusmyomen kommen.

 
 

 

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