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Alois Alzheimer

Er war ein Mitarbeiter Emil Kraepelins und ist wahrscheinlich der berühmteste Arzt unserer Klinik-Geschichte. Denn der Psychiater und Neuropathologe beschrieb als erster eine Demenzerkrankung, die nach ihm Alzheimersche Krankheit benannt wurde.

1864 bis 1901: Die frühen Jahre

Alois Alzheimer wurde am 14.06.1864 in Marktbreit am Main als Sohn eines Notars geboren. 1887 machte er in Würzburg sein Staatsexamen und promovierte dort. 1888 bekam er die Aufgabe, fünf Monate lang Reisebegleiter einer geisteskranken Frau zu sein. Danach wurde er Assistenzarzt, später Oberarzt an der Städtischen Irrenanstalt Frankfurt unter der Leitung von Emil Sioli.

1902 bis 1905: Rechte Hand Kraepelins

1902 wechselte Alzheimer an die Psychiatrische Universitäts-Klinik Heidelberg zu Emil Kraepelin. Ein Jahr später folgte er ihm auch nach München und war dort von 1903 bis 1912 dessen Stütze. Kraepelin beauftragte Alzheimer, die Fertigstellung und Einrichtung der Münchener Klinik zu überwachen.1904 habilitierte er sich an der Münchener Fakultät mit der Arbeit „Über histologische Studien zur Differential-Diagnose der progressiven Paralyse". In München war Alzheimer anfangs - ebenso wie später E. Rüdin, F. Plaut und M. Isserlin - wissenschaftlicher Assistent. Er erhielt keine Bezahlung, konnte jedoch als Forscher frei über seine Zeit verfügen. Für ihn wurden der große Mikroskopiersaal und ein Raum für Mikrophotographie eingerichtet. Schon bald kamen Forscher aus vielen Ländern, um bei Alzheimer zu arbeiten. Der „Alzheimer’sche Mikroskopiersaal"  war ein Zentrum der neurohistologischen Forschung. Zu den Mitarbeitern und Schülern von Alzheimer gehörten z. B. U. Cerletti, G. Perusini, F. Lotmar - sowie A.M. Jakob und H.G. Creutzfeldt, nach denen später die Creutzfeldt-Jakob Krankheit benannt wurde. Alzheimer musste auch nach Fertigstellung und Eröffnung der Klinik noch viele Aufgaben übernehmen, die ihn daran hinderten, in erster Linie wissenschaftlich zu arbeiten. So hatte er ab dem Sommersemester 1905 bis zu seinem Ausscheiden aus der Klinik nach dem Wintersemester 1912/13 umfangreiche Vorlesungsverpflichtungen.

1906 bis 1911: Die Entdeckung

Alzheimer hatte bereits eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten zu Erkrankungen des Gehirns veröffentlich, als er am 3. November 1906 bei der 37. Versammlung Südwestdeutscher Irrenärzte den Vortrag hielt, der ihn berühmt machte. Er beschrieb die auffallende Gedächtnisschwäche seiner Patientin Auguste D. Durch neuartige Färbemittel konnte er in ihrem Fall erstmals eine Veränderung der Neurofibrillen nachweisen. Die damit verknüpfte Krankheit benannte Kraepelin später nach Alzheimer. Als 1906 Gaupp den Ruf nach Tübingen annahm, wurde Alzheimer besoldeter Oberarzt und Vertreter Kraepelins. In den folgenden drei Jahren hatte er dadurch ein riesiges Arbeitspensum zu bewältigen und konnte während der regelmäßigen Abwesenheiten Kraepelins in den Semesterferien keinen Urlaub machen. Auf Alzheimers eindringlichen Wunsch hin, übertrug Kraepelin im April 1909 die Oberarztfunktion auf Ernst Rüdin. Alzheimer hatte nun wieder den Status des unbesoldeten wissenschaftlichen Assistenten. So fand er endlich wieder mehr Zeit für seine wissenschaftliche Arbeit. Einmal beurlaubte man ihn sogar für eine Studienreise.

1913 bis 1915: Die letzten Jahre

Alzheimer übernahm als Nachfolger von K. Bonhoeffer den Psychiatrie-Lehrstuhl in Breslau. Er leitete die Klinik nur drei Jahre lang. Denn er erkrankte bald nach dem Umzug. Möglicherweise litt er unter einer Endokarditis, später kam eine Nierenkrankheit hinzu. Am 19.12.1915 starb Alois Alzheimer.