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PRONIA Früherkennung

Leitung

Prof. Dr. Nikolaos Koutsouleris  

Mitarbeiter

Dr. Lana Kambeitz-Ilankovic, Dr. Joseph Kambeitz,
Maria Fernanda Urquijo MSc, Shalaila Haas MSc, Johanna Weiske MSc und cand. med., Julia Stephan MSc


Wir helfen Patienten, die an Frühsymptomen einer Psychose leiden, einer sogenannten Prodromalsymptomatik. Denn durch die Früherkennung und eine vorbeugende Behandlung kann man den Ausbruch der Erkrankung oft noch verhindern oder zumindest ihren Verlauf deutlich abmildern.

Psychotische Erkrankungen treten vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 15 und 35 Jahren erstmals auf. 75 bis 90 Prozent dieser Patienten zeigen vor dem Ausbruch der Erkrankung Frühsymptome.

Psychose ist der Oberbegriff für psychiatrische Erkrankungen, bei denen sich vor allem das Denken, die Wahrnehmung, das Fühlen und Handeln der Patienten verändern. Die Ursachen dafür können vielfältig sein - z. B. körperliche Erkrankungen, Drogengebrauch, depressive und manische Störungen. Es gibt aber auch Psychosen, die eine eigenständige Erkrankung sind – z. B. die Schizophrenie.


Hier beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zu unserer Ambulanz:

Wer ist bei uns richtig?

Patienten mit Symptomen eines Prodromalstadiums. Das beinhaltet:

  • Störungen von Konzentration und Gedächtnis
  • Depressive Verstimmungen
  • Antriebsstörungen und Energielosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Misstrauen und Gereiztheit
  • Sozialer Rückzug
  • Vernachlässigung der Körperhygiene
  • Entwicklung merkwürdiger Ideen
  • (Leistungs-)Knick in der Lebenskurve


Patienten mit Symptomen einer psychotischen Erkrankung. Das beinhaltet:
- Positivsymptome, die meist zur Aufnahme in die Klinik führen. Dazu gehören:

  • Störungen des Denkens: die Patienten können einem Gespräch nicht mehr folgen, die Gedankengänge des Patienten sind nicht mehr nachvollziehbar
  • Das Gefühl, dass die Gedanken fremd gesteuert sind und von außen eingegeben werden
  • Das Gefühl, dass die Umgebung fremd gesteuert wird
  • Das Gefühl, dass man beobachtet/verfolgt wird
  • Dinge in der Umgebung werden auf sich bezogen – etwa: „In der Tagesschau will der Moderator mir persönlich etwas mitteilen“
  • Wahrnehmungsstörungen / Halluzinationen. Die Patienten hören häufig Stimmen

- Negativsymptome, die meist zu einem starken Rückgang sozialer und beruflicher Leistungsfähigkeit führen. Sie zeigen sich wie folgt:

  • Weniger intensive Gefühle
  • Das Spektrum an Gefühlen und Emotionen ist deutlich vermindert
  • Antriebsstörungen und Energielosigkeit
  • Verminderung der psychischen Leistungsfähigkeit
  • Freudlosigkeit und Interessenmangel


Patienten mit erstmaligem Auftreten depressiver Symptome:

  • Gedrückte Stimmung
  • Interessenverlust
  • Antriebsminderung
  • Appetitminderung/Gewichtsverlust
  • Schlafstörungen
  • Früherwachen
  • Morgentief

Muss ich bereits die Diagnose haben?

Ziel unserer Ambulanz ist es, so früh wie möglich die Entwicklung einer psychiatrischen Erkrankung zu erkennen oder eine solche auszuschließen. Deshalb können Sie ohne Diagnose zu uns kommen. Unser diagnostisches Angebot richtet sich sogar gezielt an solche Patienten, die sich bisher im Unklaren sind und bei denen es fraglich ist, ob eine psychiatrische Erkrankung droht oder besteht.

Was passiert bei uns in der Ambulanz?

Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko möglichst rasch und früh zu erkennen, ist Voraussetzung für den Beginn einer vorbeugenden Therapie. Diese Behandlung muss genau auf das individuelle Erkrankungsrisiko abgestimmt sein. Für die richtige Einschätzung bieten wir eine umfassende diagnostische Abklärung durch besonders geschulte Ärzte und Psychologen mithilfe von strukturierten Interviews, einer neuropsychologischen Testung und einer organischen Ausschlussdiagnostik (cMRT und EEG).

Wie häufig muss ich in die Ambulanz?

Die diagnostische Abklärung nimmt normalerweise drei bis vier Termine in Anspruch, die innerhalb von ca. einer Woche durchgeführt werden. Im Anschluss erfolgen Ambulanzkontakte im Zeitintervall von drei Monaten.

Muss ich mich vorher anmelden und/oder brauche ich eine Überweisung?

Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Termin. Eine Überweisung ist nicht nötig.

Kann ich an Studien teilnehmen?

Im Rahmen der diagnostischen Abklärung besteht die Möglichkeit, an einer Studie zur Früherkennung psychotischer Störungen teilzunehmen.


Kontakt

PRONIA-Früherkennung
Klinikum der Universität München
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Nussbaumstraße 7
80336 München

Telefonisch erreichen Sie uns täglich von 8.00 bis 17.00 Uhr unter 089/4400-5 5866. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht auf Band. Wir rufen zeitnah zurück.
Telefax: 089/4400-5 5776