PSYCHOSE - WAS IST DAS?

Wenn ein Mensch an einer Psychose leidet, nimmt er sich selbst und seine Umwelt anders wahr. Zugleich verändert er aber auch sein Verhalten und wirkt zunehmend fremder für seine Umgebung. 

Die Wahrscheinlichkeit eine Psychose zu entwickeln, ist nicht für alle gleich. Manche Menschen sind anfälliger als andere oder werden es im Laufe ihres Lebens sein. Oftmals geht der späteren Erkrankung ein längeres Vorstadium (Prodromalphase) voraus.

Verschiedene Faktoren können bei der Entstehung einer psychischen Erkrankung eine Rolle spielen:

  • Genetische Faktoren
  • Entwicklungsstörungen
  • Cannabiskonsum
  • Belastungen
  • Organische Veränderungen im Gehirn

 

WAS SIND DIE ERSTEN ANZEICHEN?

  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • Leistungseinbußen in Schule und Ausbildung
  • Depressionen, Energiemangel
  • Misstrauen, erhöhte Sensibilität
  • Veränderte Wahrnehmung
  • Sozialer Rückzug
  • Insomnie


Hier beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zu unserer Ambulanz:

Wer ist bei uns richtig?

Patienten mit Symptomen eines Prodromalstadiums. Das beinhaltet:

  • Störungen von Konzentration und Gedächtnis
  • Depressive Verstimmungen
  • Antriebsstörungen und Energielosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Misstrauen und Gereiztheit
  • Sozialer Rückzug
  • Vernachlässigung der Körperhygiene
  • Entwicklung merkwürdiger Ideen
  • (Leistungs-)Knick in der Lebenskurve


Patienten mit Symptomen einer psychotischen Erkrankung. Das beinhaltet:
- Positivsymptome, die meist zur Aufnahme in die Klinik führen. Dazu gehören:

  • Störungen des Denkens: die Patienten können einem Gespräch nicht mehr folgen, die Gedankengänge des Patienten sind nicht mehr nachvollziehbar
  • Das Gefühl, dass die Gedanken fremd gesteuert sind und von außen eingegeben werden
  • Das Gefühl, dass die Umgebung fremd gesteuert wird
  • Das Gefühl, dass man beobachtet/verfolgt wird
  • Dinge in der Umgebung werden auf sich bezogen – etwa: „In der Tagesschau will der Moderator mir persönlich etwas mitteilen“
  • Wahrnehmungsstörungen / Halluzinationen (z.B. die Patienten hören häufig Stimmen, die nicht wirklich da sind)

- Negativsymptome, die meist zu einem starken Rückgang sozialer und beruflicher Leistungsfähigkeit führen. Sie zeigen sich wie folgt:

  • Weniger intensive Gefühle
  • Das Spektrum an Gefühlen und Emotionen ist deutlich vermindert
  • Antriebsstörungen und Energielosigkeit
  • Verminderung der psychischen Leistungsfähigkeit
  • Freudlosigkeit und Interessenmangel


Patienten mit erstmaligem Auftreten depressiver Symptome:

  • Gedrückte Stimmung
  • Interessenverlust
  • Antriebsminderung
  • Appetitminderung/Gewichtsverlust
  • Schlafstörungen
  • Früherwachen
  • Morgentief

Muss ich bereits die Diagnose haben?

Ziel unserer Ambulanz ist es, so früh wie möglich die Entwicklung einer psychiatrischen Erkrankung zu erkennen oder eine solche auszuschließen. Deshalb können Sie ohne Diagnose zu uns kommen. Unser diagnostisches Angebot richtet sich sogar gezielt an Menschen, die sich bisher im Unklaren sind und bei denen es fraglich ist, ob eine psychiatrische Erkrankung droht oder besteht.

Was passiert bei uns in der Ambulanz?

Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko möglichst rasch und früh zu erkennen, ist Voraussetzung für den Beginn einer vorbeugenden Therapie. Diese Behandlung muss genau auf das individuelle Erkrankungsrisiko abgestimmt sein. Für die richtige Einschätzung bieten wir eine umfassende diagnostische Abklärung durch speziell geschulte Ärzte und Psychologen mithilfe von strukturierten Interviews, einer neuropsychologischen Testung und einer organischen Ausschlussdiagnostik (cMRT und EEG).

Wie häufig muss ich in die Ambulanz?

Die diagnostische Abklärung nimmt normalerweise drei bis vier Termine in Anspruch, die innerhalb von ca. einer Woche durchgeführt werden. Im Anschluss erfolgen Ambulanzkontakte im Zeitintervall von drei Monaten.

Muss ich mich vorher anmelden und/oder brauche ich eine Überweisung?

Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Termin. Eine Überweisung ist nicht nötig.

Kann ich an Studien teilnehmen?

Im Rahmen der diagnostischen Abklärung besteht die Möglichkeit, an einer Studie zur Früherkennung psychotischer Störungen teilzunehmen.