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Psychopharmaka

Als Psychopharmaka bezeichnet man Medikamente, die störungsbedingte Veränderungen des Denkens, Erlebens und Verhaltens beeinflussen. Sie werden zur Behandlung verschiedener psychischer Störungen eingesetzt und sind ein wichtiger Baustein der modernen psychiatrischen Therapie. Je nach Wirkungsweise und ihren speziellen Einsatzgebieten bei den verschiedenen psychischen Störungen lassen sich Psychopharmaka in unterschiedliche Gruppen einteilen.

Entgegen oft geäußerter Befürchtungen machen die meisten Psychopharmaka weder abhängig noch führen sie zu einer Veränderung der Persönlichkeit. Vielmehr unterstützen die Medikamente die gesunden Persönlichkeitsanteile eines Patienten und bessern krankheitsbedingte Störungen seines Denkens, Erlebens und Verhaltens.

Bedenkt man, dass schwerere psychiatrische Erkrankungen, wenn sie nicht oder ungenügend behandelt werden, eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität und ernsthafte Komplikationen mit sich bringen können, sind die Nebenwirkungen der Medikamente eher als moderat einzuschätzen. In den letzten Jahren wurden einige neue Psychopharmaka entwickelt, die noch besser verträglich sind und die wir in unserer Klinik – wenn möglich – bevorzugen. Dennoch gilt wie für alle Medikamente beim Einsatz der Psychopharmaka eine strenge Risiko-Nutzen Abwägung, die individuell vorgenommen wird.


Für welche Patienten ist sie geeignet?

Es gibt für die meisten psychiatrischen Erkrankungen spezielle Medikamente, aber auch Medikamente die für den Einsatz bei verschiedenen Erkrankungen zugelassen sind.

Was passiert dabei?

Der Arzt verschreibt nach ausführlicher Beratung und Risiko-Nutzen Abwägung je nach Krankheitsbild das passende Medikament. Für den Therapieerfolg ist entscheidend, dass sich der Patient bei der Einnahme an die Anweisungen des Arztes hält und zuvor die Notwendigkeit der Behandlung verstanden hat.

Für die Behandlung mit Psychopharmaka gilt in der Regel, dass sie noch Wochen bis Monate nach dem Abklingen der akuten psychiatrischen Störung eingenommen werden müssen. Bitte setzen Sie Medikamente nur nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt ab! Zudem sollten Sie die Einnahme nie plötzlich beenden, sondern langsam ausschleichen. Sonst kann es zu störenden Absetzeffekten kommen. Im Falle von Nebenwirkungen sollten Sie frühzeitig mit Ihrem Arzt Kontakt aufnehmen.

Werden die Medikamente zur Rückfallverhütung eingesetzt, müssen sie teilweise über Jahre eingenommen werden. Dies erscheint zwar manchem Patienten als belastend, verglichen mit dem Risiko eines Rückfalls, ist dies jedoch meist das kleinere Übel.
 
Wie alle wirksamen Medikamente haben Psychopharmaka eine Reihe von Nebenwirkungen, die sich allerdings bei fachkundiger Überwachung der Therapie minimieren lassen. Medizinisch bedrohliche Nebenwirkungen sind bei regelmäßiger Überwachung der Behandlung nahezu ausgeschlossen.

Häufiger sind subjektiv störende Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Mundtrockenheit. Sie klingen entweder bei weiteren Behandlungen spontan ab oder können durch Dosiserniedrigung, Gegenmittel bzw. Umsetzen auf ein besser verträgliches Medikament verringert werden.