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Ergotherapie

Was ist es?

Ergotherapie ist eine Säule der Soziotherapie und gehört zum modernen Standard jeder Art psychiatrischer Therapie.
Ihr Ziel ist es, eine alltagsbezogene Handlungsfähigkeit, eine Steigerung der individuellen Lebensqualität und eine Teilhabe für die Klienten zuhause, in der Schule/Ausbildung/Studium, an seinem Arbeitsplatz und in der Gemeinde zu ermöglichen.

Für wen ist es geeignet?

Für Klienten jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit und Betätigung eingeschränkt sind oder von einer Einschränkung bedroht sind – z. B. durch psychische und psychosomatische Erkrankungen.
Das kann sich beispielsweise so zeigen:

  • Anforderungen im Beruf können nicht mehr adäquat bewältigt werden
  • man kann sich nicht mehr zufriedenstellend selbstversorgen
  • es fällt einem zunehmend schwer, seinen eigenen wichtigen Interessen nachzugehen oder man nimmt kaum bzw. keine Freizeitaktivitäten mehr wahr

Was passiert in der Ergotherapie?

Jeder Klient bekommt in der Regel einen Bezugstherapeuten. Gemeinsam werden im ergotherapeutischen Einzelgespräch Ziele festgelegt sowie Therapieinhalte individuell besprochen. Hier wird vereinbart, was der Klient selbst für ein erfülltes Leben für sich tun kann oder tun muss und wie wir ihn hierbei am besten unterstützen können. Das basiert auf einer Betätigungsanalyse sowie einer gemeinsamen Reflexion und Evaluation des Therapieprozesses.
Dieser kontinuierliche Kontakt ermöglicht den Aufbau einer vertrauensvollen und engen Zusammenarbeit zwischen Therapeut und Klient. Der Klient hat eine aktive Rolle im Therapieprozess und übernimmt Verantwortung für seine Gesundung.
Durch realitätsbezogene Aktivitäten und praxisnahe Handlungen lernt der Klient seine verschiedenen Rollen (z. B. als Berufstätiger, Familienmitglied, Freund) bestmöglich zu übernehmen und die damit verbundenen Aufgaben (z. B. Projektplanung, Kochen, Tages- und Freizeitgestaltung) zu bewältigen. Somit stellt die Betätigung das erwünschte Ergebnis der Intervention als auch die Methode für die Intervention selbst dar.
Ziel ist es durch Betätigung Wohlbefinden sowie Selbstständigkeit, Unabhängigkeit und Teilhabe am Leben zu erreichen.

Wie kann das aussehen?

Die Ergotherapie ist:

  • ein Übungsfeld für Handlungskompetenzen
    (z. B. eigene Meinung vertreten, mit Konflikten umgehen, auf andere zugehen, bedeutungsvolle Freizeitaktivität wahrnehmen), um Betätigungsfertigkeiten wieder zu erlernen, zu entwickeln oder zu kompensieren/adaptieren
  • ein Training von Arbeitsfähigkeiten
    (z. B. Konzentration, Eigenverantwortung, organisieren und planen, Problemlösen), um Anforderungen an die Ausbildung oder das Studium zu erfüllen oder seine Arbeitsstelle wieder einzunehmen
  • die Erfahrung eines erweiterten Zugangs zu seinem persönlichen Gefühlsleben, seiner Sinnes- und Körperwahrnehmung
  • die Vermittlung von Stabilität und persönlichen Ressourcen und Kompetenzen.