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Ärztliches Gespräch

Das direkte Gespräch zwischen Arzt und Patient ist sowohl ein diagnostisches wie therapeutisches Verfahren. Es wird auch Basispsychotherapie oder stützende (supportive) Psychotherapie genannt und ist das am häufigsten praktizierte Psychotherapieverfahren im psychiatrischen Versorgungsalltag.

Für welche Patienten ist es geeignet?

Für alle.

Was passiert dabei?

Dient das Gespräch nicht der Diagnostik, sondern der Basispsychotherapie, findet es nicht nur mit dem Arzt statt. Auch für andere therapeutische Berufsgruppen wie Psychologen, Pflegepersonal, Sozialarbeiter und Soziotherapeuten ist die direkte Kommunikation mit dem Patienten ein wichtiger Behandlungsbaustein.

Zu den wichtigsten Elementen des ärztlichen Gesprächs gehören:

  • Menschliche Nähe: Sie ist ein zentraler Punkt der Therapie und ihre Wirkung wird oft unterschätzt. Denn oft haben sich Patienten krankheitsbedingt zwischenmenschlich isoliert. In der verständnisbereiten Arzt-Patienten-Beziehung haben sie endlich wieder die Möglichkeit, ihre Probleme in einer vertrauensvollen Situation anzusprechen. Diese wichtige Erfahrung führt zu Entlastung, Entspannung und Beruhigung – gerade bei Patienten, die bisher den Eindruck hatten, dass sie über ihre Probleme nicht sprechen können, weil die Bezugspersonen keine Zeit hatten bzw. ablehnend reagierten oder weil sich der Betroffene selbst weitgehend zurückgezogen hat.
  • Einordung der Probleme: Dem Patienten wird vermittelt, dass sein Beschwerdebild und seine persönlichen Umstände zwar individuell sind, aber doch in einem größeren Zusammenhang stehen. Man kann sie z. B. im Rahmen einer krankhaften Störung oder im Sinne eines biographisch verständlichen Verhaltensmusters sehen und damit nach allen Erfahrungen erfolgreich behandeln.
  • Problemanalyse: Sie ist besonders wichtig. Es geht darum, die vom Patienten geschilderten Probleme oder Symptome in einem detailliert erfassten situativen oder biographischen Zusammenhang darzustellen. Das eröffnet die Möglichkeit, Auslöser oder Verstärker für die Erkrankung zu identifizieren und über Änderungsmöglichkeiten nachzudenken.
  • Beratung: Dabei bekommt der Patient konkrete Vorschläge an die Hand, wie  bestimmte Symptome, Problem- oder Konfliktsituationen lösbar sind oder wie man zumindest besser mit ihnen umgehen kann. Wichtig: Diese Lösungsmöglichkeiten werden in einem längeren Kommunikationsprozess erarbeitet, bei dem die Sichtweise des Patienten ausreichend berücksichtigt wird.