ADHS

Ist mein Kind nur ein Energiebündel oder leidet es womöglich unter ADHS? Viele Eltern quälen sich in Deutschland mit dieser Frage. Denn die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung betrifft nach aktuellen Prävalenzschätzungen in Deutschland ca. fünf bis neun Prozent aller Kinder und Jugendlichen. Lange glaubte man, dass diese neurobiologisch bedingte Erkrankung eine reine kinderpsychiatrische sei. Heute weiß man jedoch, dass ADHS bei ein bis zwei Drittel der betroffenen Kinder und Jugendlichen bis ins hohe Erwachsenenalter bestehen bleibt. Man schätzt die Zahl der Betroffenen auf ein bis sechs Prozent.
Wenn Sie als Eltern den Verdacht haben, dass Ihr Kind unter ADHS leidet, wenden Sie sich man am besten an einen Spezialisten,  z. B. einen Kinder- und Jugendpsychiater oder einen ADHS-erfahrenen Kinder- und Jugendarzt. Denn die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ist eine sehr komplexe Erkrankung, die den Ärzten und Psychiatern viel Fachkenntnisse und Erfahrung abverlangt. Erwachsene ab 18 Jahren können zu uns in die ADHS-Sprechstunde  kommen.

Symptome

Typisch für ADHS sind Konzentrationsstörungen, Impulsivität und Hyperaktivität. Außerdem leiden die Erkrankten unter starken Stimmungsschwankungen, überschießenden emotionalen Reaktionen und Schwierigkeiten bei der Planung eines strukturierten Alltags. Bei ca. einem Drittel der ADHS-Patienten bestehen zusätzliche Begleiterkrankungen, z. B. eine Depression , Angst - oder Suchtstörungen .

Ursachen

Bei der Entstehung der Erkrankung spielen vielfältige Faktoren eine Rolle, z. B.:

  • Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt.
  • Bei den Erkrankten sind neurochemische, neurophysiologische und radiologische Auffälligkeiten zu erkennen, die auf eine Fehlregulation im Dopamin- und Noradrenalin-Haushalt hinweisen.
  • Untersuchungen belegen immer deutlicher, dass auch genetische Komponenten mit verantwortlich sind.  
  • Früher glaubte man, dass milieu- und umweltbedingte Faktoren Krankheitsauslöser sind. Dagegen sprechen Studien, die zeigen, dass es ADHS vergleichbar oft und in ähnlicher Ausprägung in allen Kulturen gibt.

Diagnostik

Wir führen folgende Untersuchungen durch:

  • Eine ausführliche Anamnese des Patienten und seiner Familiengeschichte.
  • Wir wenden psychometrische und neuropsychologische Verfahren an. Das beinhaltet die Erfassung der allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration, sowie Fragebögen zur Selbst- und Fremdeinschätzung
  • Wir klären die ADHS Symptomatik im frühen Kinder- und Jugendalter anhand von Schulzeugnissen und Fremdanamnesen ab.
  • Verschiedene Tests oder strukturierte Interviews helfen, um andere psychiatrische Störungsbilder auszuschließen oder zu diagnostizieren.
  • Körperliche Untersuchungsverfahren und Messungen werden eingesetzt, um organische Erkrankungen auszuschließen, z. B. neurochemische Untersuchungen des Blutes und Urins, Kernspintomographie (MRT), EEG und EKG.

Therapie

Die Behandlung von ADHS setzt sich aus drei wesentlichen Bausteinen zusammen:

  • Psychoedukation: Das bedeutet, dass der Patient umfassend über das Krankheitsbild informiert und beraten wird. Denn je besser man über ADHS Bescheid weiß, desto einfach wird es, damit im Alltag umzugehen.
  • Psychotherapie und Verhaltenstherapie: In Einzel- oder Gruppenstunden sollen Denk- und Verhaltensmuster nachhaltig verändert werden. Ziel ist es, dem Patienten die Fähigkeiten zu vermitteln, dass er seine Alltagsprobleme bewältigen kann. Auch bei Begleiterkrankungen wie Depression oder Sucht ist die psychotherapeutische Behandlung wichtig. Doch nicht jeder Patient braucht automatisch Psychotherapie.
  • Medikamentöse Behandlung: Bei starken Beschwerden setzt man auch bestimmte Psychopharmaka ein, um die Symptome schnell zu lindern. Diese Medikamente wirken auf verschiedene Botenstoffe im Gehirn, insbesondere auf Dopamin und Noradrenalin.

Forschung

Es gibt es in unserer Ambulanz die Möglichkeit, an wissenschaftlichen Studien teilzunehmen. Bitte fragen Sie beim psychiatrischen Erstkontakt nach aktuell laufenden Projekten.

Bei Fragen oder zur Terminvereinbarung können Sie unser Team der ADHS-Sprechstunde kontaktieren, Tel. 089/4400-53307