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Psychologischer Psychotherapeut in Ausbildung (PPiA)

Ziel des klinischen Jahres mit 1200 Stunden ist es, den Psychologen mit schweren, d. h. stationär behandlungsbedürftigen Krankheitsbildern, vertraut zu machen. Im Zuge dessen vermitteln wir den PPiAs psychiatrische Grundlagen und einen Einblick in differentialdiagnostisches und -therapeutisches Vorgehen sowie die wichtigsten psychopathologischen, biologischen und diagnostischen Verfahren, die vor allem auf das Erkennen einer möglichen organischen Genese, einer Psychose, einer Selbst- und/oder Fremdgefährdung sowie einer Abhängigkeitserkrankung zielen.

Die PPiAs lernen im Rahmen des klinischen Jahres die wichtigsten Indikationen und Formen der Psychopharmakotherapie kennen sowie andere somatische Behandlungsverfahren und der Soziotherapie. Dies gilt insbesondere auch für Störungsbilder, bei denen eine Psychotherapie mit diesen Behandlungsverfahren zu kombinieren ist. Sie werden angeleitet, zu Beginn und im Verlauf der Psychotherapie kompetent die Indikation zu einer psychiatrischen Konsiliaruntersuchung zu stellen.


Die wichtigsten Fragen zum PPiA:

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Damit wir Sie als Bewerber in die engere Auswahl für ein klinisches Jahr ziehen können, sollten Sie über gute Deutschkenntnisse verfügen und uns neben den üblichen Bewerbungsunterlagen folgendes zusenden:  
•    Kopie des Haupt-Diploms oder Äquivalent
•    Kopie des Ausbildungsvertrags zum Psychologischen Psychotherapeuten
•    Lebenslauf, Nachweis eines Psychiatrie-Praktikums hilfreich

Wo leiste ich mein klinisches Jahr ab?

Sie werden einer Station zugeteilt. Sollten es eine Spezialstation sein, können Sie das Spektrum psychischer Störungen über die verschiedenen Therapiegruppen kennenlernen.

Über welchen Zeitraum werden die 1200 Stunden abgeleistet?

Bei Vollzeitpräsenz ganztags erstreckt sich das klinische Jahr auf neun Monate, bei Teilzeitpräsenz (2½ bis 3 Tage wöchentlich) entsprechend länger. Die Dauer von neun Monaten darf nicht unterschritten werden. Kerntage für alle sind Dienstag und Donnerstag (ganztags), da hier die Gruppenangebote sowie die Supervision stattfinden. Die Psychologen im Praktikum sollten mindestens einmal wöchentlich an einer 90-minütigen Gruppensupervision teilnehmen. Diese Termine dienen der Besprechung von Therapiefällen und Organisatorischem. Zusätzlich wird vierzehntägig Fortbildung in Verhaltenstherapie angeboten.

Welche Inhalte hat das klinische Jahr?

Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf Teilhabe an der Behandlung von 30 stationären psychiatrischen Patienten, das schließt auch die Betreuung der Angehörigen von vier Patienten ein. Dabei ist es wichtig, dass Sie bei Ihrer Tätigkeit eng mit dem behandelnden Arzt kooperieren und ihn engmaschig über das jeweilige Vorgehen und die Therapieinhalte informieren.

Die PPiAs haben die Pflicht, regelmäßig an den (Oberarzt)Visiten der Station, den Stationsbesprechungen sowie den wöchentlich stattfindenden Gruppensupervisionen teilzunehmen.

In den ersten vier Wochen sollten die PPiAs die Morgenkonferenz (8.30 Uhr) regelmäßig besuchen. Dies kann anschließend gerne fortgesetzt werden.

Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten?

Die Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen wie dem Journal-Club oder der Kasuistik (im Wechsel mittwochs nach der Morgenkonferenz) sowie dem Wissenschaftlichen Mittwochskolloquium ist sehr erwünscht. Die PPiAs können auch an zusätzlichen stations- und klinikinternen Fortbildungsveranstaltungen wie der verhaltenstherapeutischen Weiterbildung teilnehmen.

Was gehört zu den Aufgaben eines PPiA?

Der Psychologe im Praktikum betreut zeitgleich drei bis vier Patienten bei Teilzeitpräsenz, bei Vollzeitpräsenz fünf bis acht. Die Indikation für die verhaltenstherapeutische Einzelintervention (gegebenenfalls auch primär supportive Intervention) wird von dem Oberarzt und dem Stationsarzt gestellt. Mögliche Interventionen sind: Tagesstrukturierung, Aufbau positiver Aktivitäten, Psychoedukation, kognitive Umstrukturierung, Training sozialer Fertigkeiten etc.

Die Psychologen nehmen auch an Gruppenangeboten teil, z.B.:

  • Bewältigungsorientierte Gruppe für Patienten mit Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis (BOT; Schaub, 2004),
  • Kognitiv-psychoedukative Gruppe zur Bewältigung von Depressionen (Schaub, Roth und Goldmann, 2013),
  • Kognitiv-psychoedukative Gruppe für bipolare Erkrankungen (BIP; Schaub, Bernhard und Gauck, 2006).


Die Gruppentherapien werden immer von einem Haupt- und Cotherapeuten geleitet und finden zweimal wöchentlich statt (dienstags und donnerstags). Die PPiAs beginnen erst als Cotherapeuten in der Gruppe, ein erfahrener Kollege fungiert als Haupttherapeut. Zu den Gruppentherapien liegen Manuale vor, die bei Hogrefe publiziert wurden (Schaub et al. 2004, Schaub et al. 2013) oder im Intranet verfügbar sind (Schaub, 2004).

Zudem können PPiAs auch an Angehörigengruppen für Patienten mit schizophrenen oder affektiven Erkrankungen teilnehmen. Erwünscht ist auch, dass sie ein- bis zweimal die Woche zusammen mit einem Arzt eine Stationsgruppe leiten, zu der auch Materialien vorliegen.

Werde ich bezahlt?

Die PPiAs haben den Status eines mit 1000 Euro bezahlten Praktikanten.

Falls Sie sich für eine Tätigkeit in unserer Klinik entscheiden, wünschen wir Ihnen eine anregende Zeit.

Supervision

Die Supervision wird durch unsere leitenden Psychologinnen durchgeführt:

Fr. Dr. phil. Dipl.- Psych. Annette Schaub

Fr. PD Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Susanne Karch
Fr. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Eva Hoch

Weiterführenden Informationen sind bei der Bayerischen Landeskammer der Psychol. Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten  zu finden.