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Suchtforschung / Abhängigkeitserkrankungen

Leitung und Mitarbeiter:


Abhängigkeitserkrankungen sind weltweit von großer gesundheitsökonomischer und sozialmedizinischer Relevanz. In Deutschland tragen diese Störungen etwa zu einem Drittel der stationär-psychiatrischen Aufnahmen bei und gehören insgesamt zu den häufigsten stationären Behandlungsdiagnosen männlicher Patienten. Eine hohe Komorbidität mit anderen psychischen oder somatischen Störungen trägt zur Belastung der Betroffenen bei. Patienten mit psychischen Erkrankungen weisen ein etwa dreifach erhöhtes Abhängigkeitsrisiko auf, andererseits zeigen Patienten mit einer Abhängigkeit ein bis zu siebenfach erhöhtes Risiko, andere psychische Erkrankungen zu entwickeln – vorwiegend affektive und Angststörungen, Entwicklungsstörungen, psychotische Störungen, Schmerzen oder Insomnie.

Dementsprechend sind die Ursachen von Abhängigkeitserkrankungen multifaktoriell und auch die Behandlungsansätze breit gefächert. Allerdings erhalten in Europa ca. 90 % der Personen mit Suchterkrankungen keine oder eine nur unzureichende Behandlung. Dies liegt zu einem großen Teil an einer nach wie vor erheblichen gesellschaftlichen Stigmatisierung dieser Störungen. Zudem besteht großer Forschungsbedarf, um die neurobiologischen, psychosozialen und soziologischen Faktoren besser zu verstehen und damit zur Aufklärung und zur Entwicklung neuer, optimaler Therapien beizutragen.

Der Bereich Suchtforschung widmet sich dem Ziel, die Grundlagen und Mechanismen der Abhängigkeitserkrankungen auf verschiedenen Ebenen zu untersuchen, um langfristig ihre Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern, die Prävalenz von Suchterkrankungen präventiv zu verringern, Stigmatisierung zu minimieren und das Thema „Sucht“ in einen modernen wissenschaftlichen Diskurs zu integrieren. Die Forschungsansätze umfassen neurophysiologisch-bildgebende, genetische, epidemiologische und psychotherapeutische Studien.


Schwerpunktthemen und Ansprechpartner:

  • Neurophysiologie, funktionelle Bildgebung, Neurofeedback, Virtual Reality (Karch /Pogarell)
  • Cannabinoide, Intervention, Translation, e-Health, Leitlinien (Hoch)
  • Genetik (Koller/Adorjan)
  • Epidemiologie/Katamnese (Koller/Kamp/Pröbstl)
  • NPS (Adorjan/Koller/Rüther/Pogarell)
  • Global Health (Khat) (Adorjan)
  • Tabak (Rüther)

Kooperationen:

  • Institut für Klinische Radiologie, KUM, LMU (Paolini/Rauchmann/Ertl-Wagner)
  • Klinik für Nuklearmedizin, KUM, LMU (Brendel/Bartenstein)
  • Stadt München
  • DG-Sucht
  • DGS
  • BAS
  • IFT
  • DGPPN
  • DG-Psychologie
  • TU Dresden
  • ZI Mannheim
  • UKE
  • TU Chemnitz

Publikationen:

Eine Auswahl der Veröffentlichungen des Suchtforschungsbereichs finden Sie unter diesem Link in alphabetischer Reihenfolge.