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Epidemiologie und Evaluation

Schwerpunkt: Langzeitverlauf von Essstörungen bei Frauen und Männern

Leitung: Prof. Dr.med. Dipl-Psych. Manfred Fichter

Die Geschichte der Epidemiologie ist mehr als 2000 Jahre alt. Bereits Hippokrates hat den Begriff Epidemie verwendet und bemerkenswerte Überlegungen zur Beziehung zwischen Krankheiten und Umweltfaktoren (Lüfte, Orte, Gewässer) niedergeschrieben.

Die erste Sterbetafel (eine systematische Zusammenstellung der Sterbefälle für jedes Lebensjahr) wurde 1693 in der Stadt Breslau vom Astronom Halley erstellt.

Epidemiologie versteht sich als Grundlagenwissenschaft und beschäftigt sich mit

  1. der Häufigkeit des Auftretens von Krankheiten
  2. der Veränderung der Häufigkeitsraten über die Zeit
  3. dem Verlauf von Krankheiten
  4. dem Erkennen von Risikofaktoren für den Beginn und einen ungünstigen Verlauf von Krankheiten
  5. dem Erkennen von protektiven (schützenden) Faktoren für einen günstigen Verlauf von Krankheiten, bzw. für das Vermeiden von Erkrankungen.

Protektive und Risikofaktoren können Bedingungen in der Umgebung der betroffenen Person (Umweltbedingungen, Arbeitsbedingungen usw.), Eigenschaften und Verhaltensweisen der betroffenen Person oder anderer Personen sowie eine Mischung aus diesen beiden Gegebenheiten sein. Mit epidemiologischen Erkenntnissen können Krankheitsursachen ermittelt, die Wirksamkeit von Gesundheitsmaßnahmen bestimmt und Grundlagen zu Aussagen von individuellen Chancen und Risiken erarbeitet werden.

Bisherige Ergebnisse unserer Forschung ergaben folgende Ergebnisse:

Behandelte Patientinnen (und Patienten) mit Anorexia nervosa, Bulimia nervosa oder Binge-Eating-Störung zeigen eine deutliche Verbesserung der Symptomatik über die Zeit. Die Messwerte gestörten Essverhaltens bleiben allerdings meist erhöht und ein nicht unbeachtlicher Teil der Patienten weist chronisch gestörtes Essverhalten auf.

Für die Evaluation von Essverhalten wurden von unserer Arbeitsgruppe mehrere Erhebungsverfahren konstruiert, validiert und publiziert. Alle Verfahren stehen zum Herunterladen von dieser Seite zur Verfügung.

- Munich Eating Disorder Questionnaire (Munich ED-Quest )

- Anorexia Nervosa Inventar zur Selbsteinschätzung (ANIS )

- Strukturiertes Inventar für Anorektische und Bulimische Essstörungen:

Experteninterview (SIAB-EX) und Selbsteinschätzung (SIAB-S) (SIAB )

Darüber hinaus wurden mehrere psychotherapeutische Interventionen bei Patienten mit Essstörungen, bzw. ihren Angehörigen evaluiert.

 

Mitarbeiter

Norbert Quadflieg, Dipl.-Psych., Senior researcher

 

Laufende Projekte

Langzeitverlauf von wegen einer Essstörung behandelten Männern und geschlechtsspezifische Risikofaktoren – Eine prospektive, kontrollierte Studie

Langzeitverlauf von Essstörungen bei Frauen

Publikationen

Die wichtigsten Publikationen zum gegenwärtigen Forschungsschwerpunkt finden Sie hier

Kooperationspartner

Schön Klinik Roseneck http://www.schoen-kliniken.de/ptp/kkh/ros