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Sozialwissenschaftliche Psychiatrie

Leitung

apl. Prof. Dr. rer. soc. Anne Maria Möller-Leimkühler


Ein Schwerpunkt des Forschungsbereichs „Sozialwissenschaftliche Psychiatrie“ besteht seit einigen Jahren in der Analyse geschlechtsspezifischer Aspekte der unipolaren Depression, insbesondere hinsichtlich der Frage, ob und warum sich das klinische Bild der Depressionen bei Männern anders darstellt als bei Frauen. Eigene Studien konnten bisher bestätigen, dass bei Männern weniger klassische Depressionssymptome als vielmehr externalisierende Verhaltensmuster im Vordergrund stehen können (Aggressivität, gesteigerter Alkoholkonsum, Formen der Hyperaktivität), die mit Normen traditioneller Maskulinität assoziiert sind. Da diese Reaktionsformen nicht in den gängigen Depressionsinventaren enthalten sind, kann deren Nichterkennung zur Unterdiagnostik von Depression bei Männern beitragen. Als Konsequenz und angesichts eines Mangels an geeigneten Depressionsinstrumenten, die auch externalisierendes Verhalten bzw. männertypisches Coping erfassen, wurde von Möller-Leimkühler eine Skala zum gendersensitiven Depressionsscreening (GSDS) entwickelt, das an verschiedenen nicht-klinischen Stichproben evaluiert wurde. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass eine höhere Rate von Risikofällen bei Männern identifiziert werden kann. Publikationen zur Validierung des GSDS sind aktuell in Vorbereitung. Der GSDS wird derzeit in einer Reihe von klinischen Studien eingesetzt; eine polnische und türkische Version sind in Arbeit.


Laufende Projekte

  • Weitere Untersuchungen zur Validität des GSDS

Mitarbeiter

  • Johanna Reiß, Dr. med.
  • Anja Jackl, ZÄ, cand.med

Kooperationspartner

  • Prof. Dr. Manuela Dudeck, Universität Ulm
  • Prof. Dr. Johannes Kornhuber, Universität Erlangen
  • Prof. Dr. Matthias Franz, Universität Düsseldorf
  • Prof. Dr. Jan Chodkiewicz PhD, Universität Lodz, Polen
    Dr. Simon Rice, Universität Melbourne, Australien
  • Dr. Sedat Batmaz, Universität Tokat, Türkei

Auswahl an Publikationen zu diesem Schwerpunkt

  • Möller-Leimkühler AM, Heller J, Paulus N-C: Subjective well-being and ´male depression´ in male adolescents. Journal of Affective Disorders, 2007, 98 (1-2): 65-72
  • Möller-Leimkühler AM, Yücel M: Male depression in females? J Affect Disord. 2010, 121 (1-2) 22-29.                                                                                              
  • Rice SM, Fallon BJ, Aucote H, Möller-Leimkühler AM. Development and preliminary validation of the Male Depression Risk Scale: Furthering the assessment of depression in men. Journal of Affective Disorders 2013,151 (3): 950-8.
  • Rice SM, Aucote HM, Eleftheriadis D, Möller-Leimkühler AM. Prevalence and co-occurence of internalizing and externalizing depression symptoms in a community sample of Australian male truck drivers. American Journal of Men´s Health 2016, DOI: 10.1177/1557988315626262
  • Möller-Leimkühler AM. Vom Dauerstress zur Depression. Wie Männer mit psychischen Belastungen umgehen und sie besser bewältigen können. Fischer & Gann 2016
  • Möller-Leimkühler AM, Reiß J. Konstruktion und erste Validierung eines gendersensitiven Depressionsscreenings (GSDS). Fortschritte der Neurologie und Psychiatrie (subm.)