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Klinische Psychologie und Psychotherapie

Leitung

Ltd. Dipl.- Psych. Dr. phil. Annette Schaub

Die Arbeitsgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie widmet sich der Erforschung und Behandlung psychiatrischer Störungen, der Entwicklung und Evaluation von Gruppentherapiekonzepten bei schizophrenen, depressiven und bipolaren Störungen und der Integration der Angehörigen in die Behandlung. In den letzten 20 Jahren haben in Europa und in U.S.A. Therapieansätze an Bedeutung gewonnen, die den Patienten eine aktive Rolle bei der Bewältigung ihrer Erkrankung einräumen. Die Einführung psychoedukativer bewältigungsorientierter Ansätze, die über die Erkrankung und ihre Behandlung informieren, war der erste Schritt, um die kognitive behaviorale Psychotherapie einzuführen, und Mythen über Schizophrenie und affektive Störungen abzubauen (Schaub, Hippius, Möller, Falkai, 2016). Zusätzlich wurde der Aufbau positiver Aktivitäten, Stressmanagement, kognitive Therapie, und Rückfallprävention angeboten. Drei unterschiedliche Gruppenkonzepte für schizophrene und affektive Störungen (s. Stationen B2, B3 und C1 ) wurden eingeführt und psychoedukative Angehörigengruppen angeboten (Schaub, Mueser, von Werder et al. 2016; Schaub, Roth and Goldman, 2013; Schaub und Frank 2010).

         Psychoedukative und kognitive behaviourale Gruppenansätze wurden bei 197 schizophren und 177 depressiv erkrankten Patienten implementiert und in kontrollierten randomisierten Studien mit 2 Jahres-Katamnesen evaluiert. Es zeigte sich eine Verbesserung des Wissens über die Erkrankung und ihre Behandlung, an Fertigkeiten im Umgang mit ihrer Erkrankung sowie der Behandlungszufriedenheit. Im Vergleich zur jeweiligen Kontrollgruppe fiel der Krankheitsverlauf günstiger aus. Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen können von psychoedukativen und kognitiven Behandlungsansätzen profitieren, wenn diese an das neuropsychologische Funktionsniveau der Betroffenen angepasst sind sowie kognitive Defizite und emotionale Überforderung kompensieren (Schaub, Neubauer, Mueser et al., 2013). Diese Ergebnisse lassen annehmen, dass die Vermittlung von Wissen über die Erkrankung und von Bewältigungsstrategien für Patienten und ihre Angehörigen für den Krankheitsverlauf wesentlich sind.


Symposien

Munich Symposium for Psychiatry and Psychotherapy: Understanding and Treating Cognition and Depression in Schizophrenia and Affective Disorders. October 6th in 2018

(PhD. A Schaub and Prof. P. Falkai)

Referenten z.B. Prof. Fowler, Prof. Miklowitz, Prof. Mueser, Prof. Nuechterlein, Prof. Torrent, Prof. Vinogradov


Förderung

Die Studie über die psychoedukative kognitiv-behaviorale Therapie bei Depressionen (principal investigator A.S.) wurde vom „German Research Network on Depression“ unterstützt, das von Profs, Hegerl U, Möller HJ, Holsboer F, initiiert wurde, und das vom deutschen Ministerium für Bildung und Forschung BMBF (Nr.: 01G10219) für fünf Jahre gefördert wurde.

Die Studie über die bewältigungsorientierte Therapie bei schizophrenen Störungen wurde von der Eli Lilly International Foundation (grant number Eli 8265044; principal investigator A.S.) und Lilly Homburg GmbH Deutschland über fünf Jahre gefördert.


Publikationen

Eine Auswahl der Publikationen der Arbeitsgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie finden Sie unter diesem Link.


Kooperationspartner

  • Kim T. Mueser, University of Boston
  • Keith Nuechterlein, University of California, Los Angeles
  • P. Garety, King’s College London
  • D. Fowler, Sussex
  • P. McGorry, University of Melbourne
  • Prof. M. Hautzinger, Tübingen