Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie
"Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie" ist ein Forschungsprojekt, das 1993 mit 9 Kliniken in Deutschland und der Schweiz begann.Inzwischen arbeiten rund 60 Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Projekt zusammen. Ziel des AMSP-Projekts ist die Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei der Behandlung psychiatrischer Patienten.
In den Projektkliniken werden fortlaufend schwere unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) unter Psychopharmaka erfasst, vor allem im stationären Bereich. Durch sorgfältige Dokumentation und Diskussion der erfassten UAW-Fälle in Fallkonferenzen unter besonderer Berücksichtigung möglicher Risikofaktoren wird das Wissen um unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei den behandelnden Ärzten verbessert. Durch Vorträge und Publikationen von Einzelfällen, Fallreihen und statistischen Auswertungen über die gesammelten UAW-Daten wird das in AMSP gesammelte Wissen zu unerwünschten Wirkungen von Psychopharmaka und Risikozusammenhängen der Fachwelt zugänglich gemacht.
AMSP ist als System konzipiert, das im Bereich der Psychopharmakotherapie eine Signal- und Alarmfunktion für das Auftreten von klinisch bedeutsamen bzw. neuartigen UAW hat. Es strebt auch an, die erforderlichen Daten zur Abschätzung der durch UAW entstehenden Kosten bereitzustellen.
Die Projektzentrale von AMSP ist seit 1993 an der Münchner Klinik angesiedelt. Seit 2001 bildet das Institut für Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie (AMSP e.V.) als gemeinnütziger Verein die organisatorische Basis des Projekts (www.amsp.de). In leitenden Funktionen sind Prof. Eckart Rüther, Dr. Renate Grohmann und Prof. Rolf Engel tätig. Im Laufe des Jahres 2011 wird die organisatorische Basis des Projekts an die Psychiatrische Universitätsklinik in Hannover verlagert, die Münchner Klinik wird weiter sowohl in der Fallarbeit als auch wissenschaftlich in AMSP tätig sein.