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Forschungsprojekte

Psychosoziale und spirituelle Bedürfnisse von Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie Altenbetreuungseinrichtungen

Eine immer größer werdende Gruppe älterer Menschen verbringt ihren Lebensabend in Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Viele dieser Personen haben ganz dezidierte Bedürfnisse, die häufig nicht wahrgenommen, manchmal aber auch nicht klar artikuliert werden. Spiritualität ist in jeder Lebensphase von Bedeutung, scheint jedoch im Alter eine besondere Qualität anzunehmen. Die Sehnsucht nach der Erfüllung spiritueller Bedürfnisse und der Wunsch im Leben noch Sinn und Bedeutung zu finden, verstärkt sich angesichts existenzieller Krisen, wie sie im Alter häufig auftreten. Deswegen ist es besonders wichtig, diese Bedürfnisse mit geeigneten Methoden zu erfassen und – berufsgruppenübergreifend – geeignete Angebote zu machen. Wenn dies gelingen soll, müssen wir mehr über die spirituellen Bedürfnisse gerade dieser Personengruppe wissen.

Ziel des Kooperationsprojektes mit der Professur für Lebensqualität, Spiritualität und Coping an der Universität Witten-Herdecke und der Abteilung Seniorenpastoral des Erzbischöfliches Ordinariat München ist es, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen anhand standardisierter Befragungsinstrumente zu den Domänen Lebensqualität/-zufriedenheit, sowie psychosozialen und spirituellen Bedürfnissen zu befragen. Die Ergebnisse sollen jeweils einem ausgewählten Team (Leitungs-/ Pflegeteam) der teilnehmenden Einrichtungen vorgestellt und dort diskutiert werden. Anschließend soll eine interdisziplinäre Expertengruppe Handlungsvorschläge, Diskussionsinhalte und Bewertung zusammenfassen und konkrete Handlungsvorschläge zur Erweiterung der spirituellen Kompetenz der Mitarbeiter und Implementierung von Spiritual Care in Seniorenbetreuungseinrichtungen entwickeln.

Religiosität/Spiritualität bei Organspende und Transplantation

Spiritualität in der Medizin ist der Breitbandbegriff für Sinnsuche, Krankheitsverarbeitung und Bewältigung von Grenzsituationen. Spiritualität ist individuell, kann von Patient zu Patient sehr verschieden sein, z.B. religiös, existentiell oder philosophisch. Auch die Mitarbeitenden im Gesundheitswesen bringen ihre spirituellen Überzeugungen und Werte mit. Organspende und Transplantation mit ihren mannigfaltigen Fragestellungen werden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Dabei spielen nicht nur die Erkenntnisse der evidenzbasierten Medizin eine Rolle, sondern auch Einstellungen und Überzeugungen zu Krankheit, Tod, Transplantationsmedizin, die von Werten und spirituellen Perspektiven geprägt sind. Im Unterschied zu anderen Gebieten der Medizin ist wenig über die diesbezüglichen Einstellungen der Gesundheitsberufe in Organspende und Transplantation, über mögliche Ressourcen und Belastungsfaktoren bekannt. Die vorliegende Studie schließt diese Lücke.

Befragung von Seelsorgern/Seelsorgerinnen zu Therapieentscheidungen am Lebensende

Ziel dieser Befragung im Rahmen einer Doktorarbeit der Humanmedizin ist es, Daten zu gewinnen über den praktischen Ablauf von Therapieentscheidungen: inwiefern wird die Seelsorge in solche Entscheidungen eingebunden, wie häufig ist sie mit solchen Entscheidungen konfrontiert, in welcher Rolle sieht sie sich?

Desweiteren sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Erfahrungen Seelsorgende mit Patientenverfügungen / Vorsorgevollmachten haben und wie sie zu bestimmten medizinethischen Fragestellungen (z.B. Sedierung am Lebensende) stehen.

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Aspekte von Spiritual Care im Judentum – Die Betreuung Schwerstkranker und Sterbender in bayrischen jüdischen Gemeinden

Der Krankenbesuch (bikkur cholim) ist eine der Grundaufgaben in der jüdischen Ethik. In Deutschland gibt es seit den mittelalterlichen Judenspitälern eine große Tradition in der Betreuung Schwerstkranker und Sterbender. Vor der Shoa zählte Bayern über 200 Vereinigungen der chewra kadisha, dazu eine Reihe Israelischer Krankenhäuser und Schwesternschulen. Dieses große Erbe ist bis heute nahezu unerforscht.

Ebenso wie für die Vergangenheit fehlt bis heute auch eine wissenschaftliche Sichtung der aktuellen Praxis der Betreuung Schwerstkranker und Sterbender in den nach 1945 wieder gegründeten Jüdischen Gemeinden Bayerns. Ziel ist es, bei Gemeindebesuchen durch Interviews und teilnehmende Beobachtung den aktuellen Umgang mit dem Thema Tod, Begleitung der Sterbenden und der Trauernden zu erforschen und zu dokumentieren.

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Kompetenzen von Hospizmitarbeitern in der spirituellen Begleitung – Untersuchung im Feld der ambulanten Hospiz- und Palliativarbeit

Es gibt in Deutschland mehr als 80.000 Hospizbegleiter verteilt auf etwa 1.500 ambulante Hospizeinrichtungen. Mit über 225.000 Einsatzstunden (Quelle: Begleitung und Versorgung Schwerstkranker und Sterbender sowie ihrer Angehörigen in Bayern - Rahmenkonzept zur Hospiz- und Palliativversorgung) jährlich sind sie eine wichtige Säule im Versorgungsnetz am Lebensende. Ihr Schwerpunkt ist die psychosoziale, aber auch die spirituelle Begleitung. Diese zu fördern und die Entwicklung wissenschaftlich zu untersuchen ist das Ziel der Arbeit.

Spiritualität in der pädiatrischen Palliativmedizin

In diesem Forschungsbeitrag sollen die wichtigen und tragenden spirituellen Elemente im Sterbeprozess von Kindern untersucht herausgearbeitet werden. Dazu werden die Dokumentationen der Mitarbeitenden der Koordinationsstelle für Kinderpalliativmedizin analysiert. Eine wichtige Beobachtung bei der ersten Durchschau war die Tatsache, dass in den Übergaben und Dokumentationen auch spirituelle Aspekte notiert wurden.

Mit Hilfe einer webbasierten Ontologie sollen die verschiedenen Textspuren in eine Struktur übertragen werden, die in einem zweiten Schritt Anknüpfungspunkte für mögliche Interventionen für die Mitarbeitenden im Bereich Spritual Care dargestellt werden.

 
 

AKTUELL

Die Professur ist ab Sommersemester 2017 wieder besetzt!

Professor Dr. Constantin Klein erhielt den Ruf!