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Atemtherapie

Patientin bei der AtemtherapieViele Menschen, die in eine palliative Situation kommen - und auch ihre Angehörigen - stehen unter starkem seelischen und körperlichen Druck. Das wirkt sich auf die Atmung aus: Die Krankheit raubt ihnen im wahrsten Sinne des Wortes den Atem, macht kurzatmig oder atemlos. Das Gefühl von Lebendigkeit und damit verbundener Lebensfreude ist dann nur noch schwer zugänglich. Denn der Atem ist nicht nur eine körperliche Funktion, sondern er verbindet das Körperliche mit dem Seelischen und mit dem Geistigen und lässt uns so als ganzen Menschen fühlen.

Daher zeigt die Art und Weise, wie ein Mensch atmet, wie sich dieser Mensch fühlt – tief, gelassen, frei oder hektisch, angespannt, schnell, gehalten, bedrückt.

Die Atemtherapie ist eine Methode, die mit lösender Behandlung, Kontakt, Entspannung und manchmal auch mit Gespräch und Übung arbeitet und sehr genau auf die Bedürfnisse des Patienten und seiner Angehörigen abgestimmt werden kann. Die Angebote sind nonverbal und verbal. Der Atem wird dabei nicht manipuliert, sondern es wird geübt, die eigene Atembewegung bewusst wahrzunehmen und ihr Raum zu geben. Um das zu ermöglichen, begleiten und verdeutlichen die Hände der Atemtherapeutin in der passiven Behandlung den Atemstrom des liegenden oder sitzenden Klienten. Hierbei gibt es kein richtig oder falsch. Wird der Atem nicht manipuliert, macht der Klient die Erfahrung, ganz in seiner Eigenart angenommen zu werden. Das führt nach und nach zu einer tiefen Entspannung, in der hinderliche Atemmuster sich verändern können. Beispielsweise kann Atemnot, die in Angst besetzten Situationen auftritt, oftmals gelöst werden.

Atemtherapie ermöglicht es dem Atem freier zu fließen, damit sich auch emotionale und gedankliche (Gedankenkreisen) Festhaltungen wieder lösen und in Bewegung kommen können. Wer seinen Atem frei fließen lassen kann, erlangt innere Spielräume zurück und fühlt sich ins Leben eingebunden. In der Regel bewirkt der frei fließende Atem auch eine Stimmungsaufhellung und erleichtert den Umgang mit körperlichen ,seelischen und spirituellen Schmerzen.

Atemtherapie ist besonders indiziert bei Atemproblemen, bei Unruhe, Angst und Depression sowie bei Atemnot und Schmerzen.

Atemtherapie ist aber auch ein Weg zu sich selbst und unterstützt Menschen, deren Selbstkonzept unter dem Druck von Krankheit und der Auseinandersetzung mit dem Tod zerbricht. Hilfreich erleben auch Angehörige von Patienten atemtherapeutische Begleitung. Sie finden hier eine Insel der Ruhe und Erholung.

Ansprechpartnerin:

Christine Meyne
Atemtherapeutin AFA®

Heilpraktikerin für Psychotherapie (HpG), Hospizhelferin beim ambulanten Hospizdienst Da-Sein e.V., Privatpraxis für psychosomatische und palliative Atemtherapie in Verbindung mit kunsttherapeutischen und systemischen Angeboten